Die „Ein-Personen-Band“ Tash Sultana hat es von der Straßenmusikerin in die Arenen dieser Welt geschafft. Mehrere Instrumente beherrschend und diese dank Looping gleichzeitig spielend, kommt Sultana mit einer neuen Produktion am 18. März in die Wiener Stadthalle. „Es wird ein psychedelisches Erlebnis, eine Show, wie man sie noch nie gesehen hat“, verspricht Sultana im APA-Interview. Musikalisch soll die Darbietung das breite Spektrum des bisherigen Schaffens abdecken.
Wie die zuletzt erschienene EP heißt die Tournee „Return To The Roots“. „Man bekommt alles, was man von mir kennt, aber noch viel mehr“, so Sultana. „Es ist immer noch eine Soloshow – mit einem Abschnitt, bei dem mich andere Musizierende begleiten.“ Untermalt werde die Darbietung von einer sehr aufwendigen, bis ins kleinste Detail durchchoreografierten Licht- und Lasershow, betonte Sultana.
Enorme Fülle an Instrumenten
In den Bereichen des Singer/Songwritings, des Multiinstrumentalischen, des Beatboxing und der Looping-Kunst tätig, erreichte Sultana (mit australisch-maltesischer Nationalität) als Solo-Act 2016 mit dem Song „Jungle“ Berühmtheit. Welche Instrumente werden wohl in Wien zum Einsatz kommen? „Lass mich mal zählen: E-Gitarre, zwölfsaitige Gitarre, akustische Gitarre, Bouzouki, Drums, Keyboards, Beat-Sampling, Looping, Trompete, Saxofon, Bass, Flöten, Dudelsack – mal schauen, was noch dazu kommt bis zum Frühjahr“, lautet die Antwort mit einem Lacher am Ende.
Wozu man da noch eine Band braucht: „Sie werden nicht immer auf der Bühne sein und nur die Musikteile beisteuern, für die ich nicht genug Arme habe. Hauptsächlich arbeite ich allerdings alleine mit Loops. Manchmal reduziert es sich auf Gesang und Gitarre, also zurück zum Anfang, zu den Basics. Man bekommt alles – die alten Hits, die neuen Songs, Jamsessions, Improvisationen und eben eine irre Licht- und Lasershow.“
Nur mit der Geige klappt es nicht
„Alles was Saiten hat“ beherrscht Sultana meist auf Anhieb. „Manchmal muss ich mich nur etwas intensiver mit dem kulturellen Aspekt hinter einem alten Instrument wie der Bouzouki beschäftigen.“ Eine Ausnahme gibt es: „Geige kann ich nicht. Ein wunderbares Instrument, ich wünschte, ich hätte die Ruhe, mich hinzusetzen und das Violinspiel zu lernen. Ich will immer sofort gut sein – und das bin ich auf der Geige nicht.“
Bei der „Back To The Roots“-Tour kommt ein spezielles, hochkomplexes Looping-System zum Einsatz: „2019 habe ich mit der Arbeit dran begonnen. Es ist auf mich und auf meine Performance zugeschnitten. Alle Instrumente, die ich live spiele, laufen über eine eigene Spur in das Gerät, sodass ich sie individuell mixen kann. Herkömmliche Loop-Geräte haben einen Stereoein- und -ausgang. Sie sind nicht für 20 Instrumente designt.“
Seltsames, das Erfolg hat
Nicht nur Instrumente kombiniert Tash Sultana, sondern auch Genres. „Mein nächstes Album wird sehr von Weltmusik inspiriert sein, aber gemischt mit Reggae“, kündigt Sultana an. Allerdings müsse man sich auf das Erscheinen noch gedulden. Das Publikum schätzt diese stilistische Vielfalt, die am Karriereanfang noch für Verwirrung sorgte: „Es war hart, weil ich nirgendwo reingepasst habe. Meine Musik wurde als etwas Seltsames wahrgenommen, denn Looping war damals noch keine große Sache. Das ist auch ein Grund, warum ich alles selbst mache.“
Live in Wien
Am 18. März wird Tash Sultana ihr bislang größtes Österreich-Konzert in der Wiener Stadthalle spielen. Unter www.oeticket.com gibt es noch Karten und alle weiteren Infos zum Konzerthighlight.
APA/Wolfgang Hauptmann
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