Individuell vorsorgen

Gender-Check: Was braucht „er“, was braucht „sie“?

Vorsorge ist kein Luxus, sondern Lebensqualität! „Sie betrifft uns alle – Männer wie Frauen. Es gibt aber Unterschiede, die man berücksichtigen muss“, erklärt Dr. Christian Maté, Wiener Allgemeinmediziner und Vorsorge-Experte. Doch die Basis eines gesunden Lebens ist für alle Erwachsenen gleich. Lesen Sie, was zu tun ist!

„Die Grundlage, um lange gesund zu bleiben, ist für beide Geschlechter gleich und essenziell“, betont Dr. Maté. „Dazu zählen regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ein gesundes Gewicht, nicht rauchen und Alkohol nur in Maßen. Das sind die Säulen, auf denen jede weitere Maßnahme fußt.“

Was für beide Geschlechter gilt
Außerdem gehören auch ärztliche Kontrollen dazu, wie allgemeine Vorsorgeuntersuchungen, Erfassung der medizinischen Familiengeschichte oder Kontrolle von Gewicht, Blutdruck und Medikamenten. Ein Fakt, den vor allem Männer oft „gerne“ ignorieren!

Notwendige Screeninguntersuchungen
„Blutdruck sollte alle zwei bis fünf Jahre gemessen werden, Cholesterin etwa alle fünf Jahre – bei Risikofaktoren häufiger“, erklärt Dr. Maté. „Ab etwa 35 Jahren ist ein Diabetes-Screening sinnvoll. Und wir dürfen die Psyche nicht vergessen: Screening auf Depression und Angststörungen gehört heute zur Vorsorge.“

Was der Experte rät

Vereinbaren Sie sich gleich einen Termin zur Vorsorgeuntersuchung bei Ihrem Hausarzt! Und fragen Sie dort gezielt nach den geschlechtsspezifischen Empfehlungen.

Er weist auch darauf hin, dass Darmkrebs-Vorsorge ab 45 Jahren ein Muss ist, ebenso wie ein- bis zweimal jährliche Zahnkontrollen sowie regelmäßige Augenuntersuchungen je nach Alter und Sehstatus. „In Österreich ist das Lungenkrebs-Screening für starke Raucher noch nicht etabliert, aber es wird diskutiert“, ergänzt der Vorsorge-Experte.

Impfungen sind für alle wichtig
„Die Impfung gegen Influenza empfehle ich jährlich, ebenso wie regelmäßige COVID-19-Booster. Achten Sie ebenfalls auf eine Tetanus-Diphtherie-Auffrischung alle zehn Jahre“, so Dr. Maté zu den Basics. „Dazu zählen weiters Keuchhusten (Pertussis), Hepatitis B (v.a. unter 60 Jahren), Gürtelrose ab 50 Jahren.“ Weitere Impfungen richten sich nach Risiko und Impfstatus.

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Es gibt keine Einheitslösung! Manches gilt für alle, aber Männer und Frauen haben spezifische Risiken. Wer das weiß und danach handelt, lebt länger und besser.

Dr. Christian Maté, Wiener Allgemeinmediziner und Vorsorge-Experte

Männer im Fokus
Beim männlichen Körper stellt die Prostata ein zentrales Thema dar. Ab 45 Jahren – bei Risikofaktoren schon ab 40 – sollte man über den PSA-Test sprechen. Die Intervalle hängen vom Ergebnis und der ärztlichen Beratung ab.

Herz-Kreislauf-Risiken sind bei Männern oft höher, daher sollte darauf ein Schwerpunkt liegen. Dr. Maté: „Hier ist Lebensstilberatung besonders wichtig: Bewegung, Gewicht, Rauchen, Alkohol – das sind die Schrauben, an denen man drehen sollte – gerade bei Männern.“

Frauen im Fokus
„Frauen haben andere Schwerpunkte“, gibt Dr. Maté zu bedenken. „Ab dem 20. Geburtstag gehört im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung der jährliche Krebsabstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs unbedingt dazu. Ab 30 empfehle ich zusätzlich den HPV-Test, zumindest alle drei Jahre. Dies gilt für HPV-geimpfte und nicht HPV-geimpfte Frauen.“ Dabei soll aber eine Doppeltestung vermieden werden, d. h. Krebsabstrich und HPV-Test nur abwechselnd vorgenommen werden.

Die HPV-Impfung ist ein Muss
Infektionen durch Humane Papillomviren (HPV) können zu Krebsvorstufen und in weiterer Folge zu Gebärmutterhals- und Scheidenkrebs, Krebs der Schamlippen, Analkarzinom, Vulva- und Vaginalkarzinom sowie zu Krebsformen im Bereich des Rachens und des Kehlkopfes führen. Die Krebshilfe empfiehlt Mädchen oder Frauen sowie Buben oder Männern ab dem vollendeten 9. Lebensjahr die HPV-Impfung. Seit dem 1.2.2023 wird die HPV-Impfung allen jungen Menschen bis zum vollendeten 21. Lebensjahr kostenlos angeboten!

Auch die Brustkrebsfrüherkennung ist entscheidend: „Ab 40 alle zwei Jahre eine Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brust). Damit lassen sich kleine Tumore entdecken, bevor sie tastbar sind.“

Als eine weitere spezielle, routinemäßige Untersuchung wird das Chlamydien-Screening für sexuell aktive Frauen unter 25 Jahren empfohlen. Osteoporose-Abklärung sollte bei erhöhtem Risiko oder später im Leben erfolgen.

Bedeutsam sind ebenfalls Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft sowie die Folsäure-Einnahme bei Kinderwunsch.

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