Conny Hütter verrät:

„Da war ich komplett verloren mit meinem Leben“

Ski Alpin
27.01.2026 07:27
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Was genau ihre erste Olympiaerinnerung war, weiß Cornelia Hütter nicht mehr. Mit ihrer Familie hat sie sich alles am Fernseher angeschaut, seit 2014 kann sie selbst bei Winterspielen am TV mitverfolgt werden. „In Sotschi, da war ich komplett verloren mit meinem Leben“, verrät Hütter.

Für ihre vierte Teilnahme hat die Skirennläuferin einen Plan, der unabhängig vom Abschneiden beim Weltcup in Crans-Montana gilt. „Es würde mich freuen, wenn ich gewinne, weil das hundert Punkte sind. Aber wenn nicht, fahre ich auch nicht deprimiert nach Cortina.“

Conny Hütter bei der Olympia-Einkleidung
Conny Hütter bei der Olympia-Einkleidung(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

  Sie habe in diesem Winter schon gewonnen, sei aber auch 20. gewesen. „Wir haben viel analysiert und sind auf wichtige Punkte gekommen. Wir haben trainiert und die Zeit genutzt. Ich habe meine Hausaufgaben gemacht. Crans-Montana ändert nichts, mit welchem mentalen Mindset ich nach Cortina gehe.“

Conny Hütter
Conny Hütter(Bild: GEPA)

  So sei sie mit einem 16. Platz in der Abfahrt von St. Moritz nach Val d‘Isere gefahren und habe dort auch gewinnen können. Das sei eine Stärke von ihr, weder das extrem Negative noch das extrem Positive überzubewerten. „Ich bin schon am Boden der Realität, ich habe eine Grundlinie, wie ich Dinge einschätzen kann.“

Steirerin will die Gelassenheit mitnehmen
2013 war Hütter das erste Mal in Cortina d‘Ampezzo, jeweils im Super-G war sie 2015 und 2016 Vierte, sowie 2023 Zweite. Sie kennt die Wege, auch abseits der Piste. „Olympische Spiele sind nie eine Selbstverständlichkeit, aber ich versuche die Gelassenheit mitzunehmen. Mich auf die Tofana zu konzentrieren und alles andere beiseite zu lassen“, sagte die 33-Jährige. Sie wird wie im Vorhinein gedanklich alles durchgehen, weiß, wie der Tag ablaufen wird und stresst so ihr Energielevel nicht. „Das ist heuer definitiv der große Punkt. Aber was ganz Spezielles machen werde ich nicht. Dass ich jeden Tag zehn Minuten meditiere, das wird es definitiv nicht sein.“

Conny Hütter
Conny Hütter(Bild: Mario Urbantschitsch)

Von so viel Ruhe war sie bei ihrem Debüt vor zwölf Jahren freilich weit entfernt. „2014 in Sotschi, da war ich komplett verloren mit meinem Leben. Da war Olympia, da war Sotschi, da war Russland, da war einfach alles und ich war gefühlt mittendrin und habe mich nicht ausgekannt. Das sind Erfahrungen gewesen, die in dem Moment zäh waren. Weil du gefühlt nicht weißt, wo links und rechts ist. Aber das macht einen stärker.“

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Da war Olympia, da war Sotschi, da war Russland, da war einfach alles und ich war gefühlt mittendrin und habe mich nicht ausgekannt. 

Conny Hütter

Leben auf dem Bauernhof entschleunigt
Nach der Abfahrt und dem Super-G in Crans-Montana wird Hütter noch ein paar Tage daheim in Kumberg verbringen. „Der bissl Abstand im Winter tut gut. Wir haben drei Hochlandrinderbabys, die brauchen auch ein bisserl Liebe“, erklärte sie.

Der Bauernhof helfe ihr, vom Stress wegzukommen. Denn Hütter mag es gern actionreich, aber auch gern entspannt. „Ich bin 100 Prozent hyperaktiv, aber auch 100 Prozent Couch-Potato. Von mir kann man zur richtigen Zeit alles haben. Mainstream, das ist nichts für mich. Egal, ob ich daheim bin oder auf der Piste.“

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