Kerzen als Auslöser
Crans-Montana: Schon vor 13 Monaten Feuer in Bar
Für 40 Menschen wurde die Bar „Le Constellation“ in Crans-Montagna zur Todesfalle, sie starben im Feuer bzw. kurz danach an ihren Verletzungen. Nun wurde bekannt, dass es bereits 13 Monate vor dem tödlichen Inferno zu einem Feuer in dem Lokal kam. Und auch damals soll die Schaumstoff-Decke bereits in Brand geraten sein ...
Fast ein Monat nach dem tödlichen Feuer erreichte die Ermittler der Hinweis eines Zeugen: Dieser berichtete, dass bereits im Dezember 2024 in der Bar ein Brand ausgebrochen war – unter ähnlichen Umständen wie in der verhängnisvollen Neujahrsnacht.
Schaumstoff brannte bereits 2024
So soll der im Clubraum verbaute Dämmstoff schon damals Feuer gefangen haben, nachdem ein paar Kerzen in der Nähe aufgestellt worden waren. Das schnelle Eingreifen einiger Gäste und des Personals hatte damals eine Katastrophe verhindert, man löschte den Brand und feierte munter weiter, berichtet die italienische „Corriere della Sera“ unter Berufung auf einen Opfer-Anwalt. 13 Monate später geriet der verbaute Billig-Schaumstoff durch Sprükerzen in Brand – 40 Menschen starben.





Und: Auch in einem weiteren Lokal der Betreiber brannte es – allerdings schon 2023, kurz nachdem sie es erworben hatten. Allerdings brach der Brand in der Trattoria, die angeblich bereits „baufällig“ war, zu einer Zeit aus, als keine Gäste in dem Lokal waren. Die Ermittlungen wegen Brandstiftung wurden damals eingestellt, das Restaurant renoviert und unter dem Namen „Le Vieux Chalet“ wiedereröffnet.
Kontroverse um Schweizer Ermittlungen
Barbetreiber Jacques Moretti und seine Frau dürfte nun wohl ein Prozess wegen fahrlässiger Tötung, schwerer, vorsätzlicher Körperverletzung und anderen Vorwürfen ins Haus stehen. Aber: Moretti wurde inzwischen auf Kaution aus der U-Haft entlassen.
Und die Schweizer Ermittlungen stoßen besonders in Italien auf Unverständnis. Unter den Todesopfern waren sechs junge Italiener. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni forderte inzwischen die Einrichtung eines Teams aus italienischen und Schweizer Ermittlern.
Hintergrund des Vorstoßes sind anhaltende Kontroversen über den bisherigen Verlauf der Ermittlungen in der Schweiz. Kritisiert wird insbesondere, dass keine Obduktionen oder weitergehenden forensischen Untersuchungen der Todesopfer angeordnet wurden. Die ausgestellten Sterbeurkunden enthalten demnach keine konkreten Angaben zur Todesursache. Nach der Überführung der Leichname nach Italien ließ die Staatsanwaltschaft in Rom eigene Obduktionen durchführen.
Italien sieht in Freilassung des Barinhabers „Beleidigung“
Der Entscheid des Gerichts vom Freitag, den Barinhaber freizulassen, stelle eine schwere Beleidigung und einen weiteren Schmerz für die Familien der Opfer dar, erklärte die italienische Regierung am Samstag. Meloni und Außenminister Antonio Tajani beschlossen am selben Tag, den italienischen Botschafter Gian Lorenzo Cornado in der Schweiz nach Rom zurückzurufen.









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