2026 erweitert Toyota die Offroad-Familie um ein eigenständiges, günstigeres Einstiegsmodell. Ob es der kompakte Land Cruiser FJ auch nach Europa schafft, ist aber fraglich.
Noch liegt kein Preis vor, kein offizielles Datenblatt, aber erste Prototypen pflügen schon länger durchs japanische Geröll. Jetzt zeigt Toyota den Land Cruiser FJ auf der Japan Mobility Show erstmals dem Publikum. Auf der größten asiatischen Automesse präsentiert sich der Offroader als kompaktes Modell, das die klassische Geländekompetenz des Land Cruiser in ein kleineres, jüngeres Format übersetzt.
Mit dem Baby-Cruiser verfolgt Toyota eine klare Strategie: Der Offroad-Klassiker soll nicht nur wie die aktuellen Modelle 300 und 250 luxuriöser, sondern auch für jüngere, aktivere Käufergruppen zugänglich werden, die weniger Masse, aber nicht weniger Gelände-Kompetenz suchen. Der FJ tritt dabei nicht als abgespeckte Billigvariante auf, sondern als eigenständiges Modell mit eigenem Anspruch.
Beschädigungen sind schon eingeplant
Ganz im Stile eines kurzen Land Rover Defender oder eines Ford Bronco setzt auch der FJ optisch auf klare Kanten, kurze Überhänge und eine fast nostalgische Karosserieform, ohne sich in Retro-Zitaten zu verlieren. Aber anders als die großen Brüder in der Land-Cruiser-Familie tritt der dreitürige FJ weniger wuchtig, mehr drahtig auf. Die Front zeigt expressive, als Option auch runde Scheinwerfer mit LED-Technik, integriert in eine breite, vertikal betonte Frontpartie. Die Haube ist flach, die Radhäuser ausgeprägt. Um die Reparaturkosten nach einem Unfall zu senken, lassen sich Teile der Stoßfänger einzeln austauschen.
Mit einer Länge von etwa 4,58 Metern bleibt der FJ kompakt genug für den urbanen Alltag, soll aber gleichzeitig genug Bodenfreiheit und Offroad-Geometrie mitbringen, um auch abseits befestigter Wege ernst genommen zu werden. Toyota verspricht die gleiche Geländekompetenz wie beim für harte Einsätze konzipierten 70er-Modell.
Mächtiger Vierzylinder mit Wandler und Allrad
Als Antrieb dient der bewährte 2,7-Liter-Benzinmotor, bekannt aus Hilux und Land Cruiser Prado. Der Vierzylinder leistet 163 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 246 Newtonmetern. Gekoppelt ist er an eine Sechsgang-Wandler-Automatik samt zuschaltbarem Allradantrieb. Ob andere Antriebe folgen, beispielsweise ein Hybrid oder ein Diesel, ist derzeit offen.
Auch beim Fahrwerk setzt Toyota auf bewährte Zutaten. Als Basis dient die ebenfalls beim Pick-up Hilux eingesetzte IMV-Plattform mit Leiterrahmen, samt Starrachse hinten und Schraubenfedern rundum mit entsprechenden Nehmerqualitäten. Elektronische Helfer wie Bergabfahrassistent und Traktionskontrolle sind an Bord, komplexe adaptive Systeme bleiben dem FJ aus Kostengründen vermutlich erspart.
Cockpit mit Offroad-Flair
Genauso kernig wie die von robusten Kunststoffplanken geschützte Karosserie präsentiert sich der Innenraum: Mit viel aufgeschäumtem Kunststoff, großen mechanischen Bedienelementen und seiner funktionalen Nüchternheit richtet sich der FJ klar an Geländewagen-Fans. Die Mittelkonsole ist hochgezogen, mit manuellen Drehreglern für Klimatisierung und Allradsteuerung. Anstelle der bei teuren SUVs üblichen Displaylandschaft finden sich hier teildigitale Instrumente und ein kompakter, neun Zoll großer Bildschirm für Navigation und Infotainment. Möglicherweise soll es später sogar eine noch weiter abgespeckte Basisversion geben. Ebenso einen Fünftürer.
Die Sitze sind einfach, aber solide gepolstert. Waschbare Stoffbezüge und gummierte Fußräume unterstreichen die Nutzfahrzeugnähe. Die Rückbank lässt sich umklappen, der Laderaum ist flach und funktional gehalten. Die Sicherheitsausstattung dürfte sich an den regionalen Anforderungen orientieren. Toyota spricht von einem „angepassten Sicherheitsniveau für internationale Märkte“, was für Europa mindestens die üblichen Helfer wie Abstandstempomat, Spurhalter und Kollisionswarner bedeuten würde.
Beim Preis halten sich die Japaner noch bedeckt. Für asiatische Märkte kursieren Schätzungen von umgerechnet 26.000 Euro, für Europa könnte ein realistischer Einstieg eher bei mindestens 40.000 Euro liegen. Doch dass der kleine Land Cruiser auch nach Europa kommt, ist eher unwahrscheinlich, sagt Toyotas Deutschlandchef Mario Köhler. Der Hintergrund ist klar: Für jeden neuen Verbrenner auf Europas Straßen muss das Unternehmen die CO2-Emissionen kompensieren und jede Menge Stromer verkaufen. Ein Benziner ganz ohne Elektrounterstützung passt da nicht in Konzept. Obwohl der FJ die Zielgruppe für den Land Cruiser deutlich erweitern würde. Momentan startet die Baureihe in Österreich bei gut 113.000 Euro.
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