Theater an der Wien

Neue „Fledermaus“: „Glücklich ist, wer vergisst“

Kritik
05.10.2025 17:20

Jubel, aber auch wütendes Buhgeschrei für Stefan Herheims schräge Neuinszenierung der Operette „Die Fledermaus“ zu Johann Strauss’ 200. Geburtstag im Theater an der Wien

kmm

Bereits in ersten Online-Kommentaren kochte die Volksseele hoch: Mit dieser Inszenierung der „Fledermaus“ anlässlich Johann Strauss’ 200. Geburtstags räumt Stefan Herheim mit der Kult gewordenen Version des Werks und alten Pointen auf. Klar, da ist ein Profi am Werk: Konzept und Personenführung stimmen. Pointenjagd und Ironie sind Trumpf. Aber mitunter kippt alles in eine Ulknudel-Parade: Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist!

Zu Beginn Beethovens hier uraufgeführter „Fidelio“: Florestan singt „Gott, welch Dunkel hier“ – im selben Gefängnis, in dem Eisenstein einsitzen muss. Verdi, Puccini, Lehár, ja sogar das Musical „Elisabeth“ begleiten uns. Im 1. Akt im Haus der jüdischen Familie Eisenstein spitzt sich die Lage zu: 1938. Nazi-Schergen holen Eisenstein ab. Kaiser Franz Joseph, hier im zweiten Leben zum Gefängniswärter Frosch geworden, bejammert sein verlorenes Erbe (schwach: Alexander Strobele). Sechs tanzende Strauss-Schanis geistern durch die Akte usw.

Was Herheim will, bleibt unklar: einen Jux? Kraus’ Österreich als „Versuchsstation für Weltuntergang“ oder Zweigs „Welt von gestern“ vorführen? Verlässlich, aber ohne zündende Momente Petr Popelka am Pult der lauten Wiener Symphoniker. Perfekt der Schoenberg Chor. Imponierend Hulkar Sabirova (Rosalinde), solide die übrige Besetzung, so Thomas Blondelle, David Fischer & Alina Wunderlin.

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