Als der Kreuzungsbereich von den Autobahnen A4 und A6 im Burgenland gebaut wurden, fand man etliches aus früheren Epochen. Insgesamt sind es rund 4000 Jahre Geschichte, die bald im Bruckneudorfer Gemeindeamt zu besichtigen sind.
Zwei Räume sind es, in die die historische Schau einzieht. Begonnen wird in einem Raum mit prähistorischen Fundstücken aus der Hallstatt- und Keltenzeit, dann folgen die Römer.
In Raum Nummer Zwei haben die Awaren Einzug gehalten. „Die Awaren stammen ursprünglich aus Zentralasien. Wir hier in Ostösterreich standen aber mehr als 250 Jahre unter ihrem Einfluss. Ich traue mich zu behaupten, dass wir österreichweit den größten Ausstellungsraum zum Thema Awaren hier in Bruckneudorf haben werden“, so Werner Melchart, Initiator und Projektleiter der Schau.
Gemeinsam mit dem Bruckneudorfer Bürgermeister Gerhard Dreiszker, der Gemeinderätin Herta Schuster, seiner Frau und Freunden arbeitet er akribisch an der Ausstellung. Rund 800 Fundstücke wurden von der ASFINAG an die Gemeinde übertragen. Etwas mehr als 700 Teile werden auch ausgestellt. „Die ASFINAG hat uns großartig unterstützt, damit die Stücke auch gezeigt werden können und nicht in irgendeinem Depot verschwinden“, so die Projektanten. Das passierte natürlich unter dem Sanctus des Bundesdenkmalamtes, das jedes Stück katalogisiert hat.
Auf wissenschaftlichem Sektor unterstützen Christa Farka – sie war die Leiterin der Abteilung für Bodendenkmale im Ministerium und der Awarenspezialist Benedict Seidl, das Ausstellungsvorhaben. Aber auch Bruckneudorfer haben sich nicht lumpen lassen und ehrenamtlich für die Aktion gearbeitet. „Großer Dank gilt allen unseren Helfern, wie etwa unserem Maler Stefan Dvorak, der die Räume für uns ausgemalt hat, sowie der Feuerwehr, die die Vitrinen aus Carnuntum geholt haben“, so Bürgermeister Gerhard Dreiszker.
Zwei ganz besondere Stücke
Fragt man Werner Melchart, welche Ausstellungsstücke ihn besonders faszinieren, meint er lachend: „Alle“, kann sich aber dann doch für zwei entscheiden. Eines ist eine kleine Gürtelschelle, die aus dem Grab eines vierjährigen Awarenkindes stammt. „Die kleine Glocke hat anscheinend als Bewegungsmelder fungiert. Ist der Junge davongelaufen, hat sie geklingelt und seine Eltern wussten, dass sich der Kleine gerade davonmacht.“ Schaut man sich die Schelle an, erkennt man auch ein Gesicht darauf.
Fundstück Nummer 2 ist eigentlich ein Bestellschein. Allerdings nur wenige Zentimeter groß und aus Blei.
Es stammt etwa aus dem zweiten, dritten Jahrhundert nach Christus und beinhaltet einen Kundenauftrag für das Färben und Auffrischen von 11 Kapuzenmänteln.
Die Eröffnung für die kleine Ausstellung ist für 20. November geplant.
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