Lange Wartezeiten – ob bei Operationen, Behandlungen oder auch auf der Unfallambulanz – kennen Patienten in Oberösterreich zur Genüge. Trotz versuchter Lenkung durch die Hotline 1450 lassen sich volle Wartezimmer nicht verhindern. Die SPOÖ bringt daher jetzt eine Idee ins Spiel, mit der es in Wien gute Erfahrungen gibt.
Im Durchschnitt 36 Wochen Wartezeit auf eine Knie-OP, 32 Wochen auf eine Hüft-OP, 52 Wochen auf eine Nasenpolypen-OP: Das sind die Zahlen für das Jahr 2024 in heimischen Spitälern. Anfragen der SPÖ haben zuletzt gezeigt, dass diese Wartezeiten in den vergangenen Jahren stetig angestiegen sind – und das bei steigenden Kosten: Seit 2016 seien die Aufwendungen aus dem Gesundheitsfonds im Landtag um 65 Prozent gestiegen, der Betriebsabgang sogar um 78 Prozent, rechnet SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder vor.
Vorstoß für Erstversorgungsambulanzen
Für ihn steht fest, dass dafür die seit zehn Jahren in OÖ regierende schwarz-blaue Koalition verantwortlich ist. Sie könnte aus seiner Sicht in der kommenden Landtagssitzung am Donnerstag zumindest in einem Bereich einen Schritt Richtung Verbesserung setzen: Per Dringlichkeitsantrag fordert die SPÖ da, sogenannte Erstversorgungsambulanzen (EVA) einzuführen.
Vorgelagerte Einheiten...
Sie sollen quasi den Spitalsambulanzen vorgelagert werden und so verhindern, dass diese überlastet werden. Denn derzeit würden sich viele Patienten bei akuten Beschwerden direkt an ein Krankenhaus wenden – insbesondere außerhalb der üblichen Ordinationszeiten. In EVA könnten sie ein Rezept, eine Überweisung im niedergelassenen Bereich oder eine kurze medizinische Behandlung erhalten.
...nach Wiener Vorbild
In Wien, wo es solche EVA seit einigen Jahren flächendeckend gibt, habe man gute Erfahrungen damit gemacht, sagt Binder. 60 bis 80 Prozent der Patienten würden dort gar nicht mehr in die nachgelagerten Bereiche – also in die Fachambulanzen – kommen. SPÖ-Landesgeschäftsführerin Nicole Trudenberger erwartet sich dadurch eine Aufwertung der Spitäler: „Das Krankenhaus soll zur zentralen Drehscheibe des gesamten Gesundheitswesens werden, anstatt nur der Endpunkt der Versorgung zu sein.“
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