ÖVP, FPÖ und Grüne

Seltene Allianz im Kampf gegen legales Lachgas

Oberösterreich
26.04.2026 08:00

Neben ÖVP und FPÖ sind auch die Grünen für ein Verkaufsverbot der gefährlichen Droge. Zuständiger Jugendschutz-Landesrat hält aber die aktuelle Gesetzeslage für passend und sieht keinen Handlungsbedarf. In Deutschland hingegen ist die Substanz seit Kurzem nicht mehr erlaubt.

In Deutschland beschäftigt das seit 12. April geltende Verkaufsverbot für Lachgas die Exekutive. Diese Woche konnte die Polizei in einer Münchner Gaststätte fast 900 Gaskartuschen mit je zwei Kilo (1,7 Tonnen) sicherstellen. Der Gastronom wurde vorläufig festgenommen und wegen Verstoßes gegen das „Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz“ vorläufig festgenommen.

Langfristige Schäden
In OÖ hätte dieser Wirt nichts zu befürchten. Hier ist der Verkauf auch über frei zugängliche Automaten und an Minderjährige legal. Das Inhalieren des Gases sorgt für kurzzeitige Bewusstseinsveränderung und kann langfristig zu Nerven- und Hirnschäden, Störungen der Blutbildung, Blutgerinnsel und Herzinfarkten führen. Auch kurzfristige Risiken wie Sauerstoffmangel, Kälteverletzungen und Lungenschäden geht man durch das Inhalieren ein, wie die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) warnt.

Besteht Handlungsbedarf?
Während sich ÖVP, FPÖ und Grüne für ein Verkaufsverbot an Kinder und Jugendliche aussprechen und eine gesetzliche Verschärfung fordern, sieht der zuständige Landesrat Martin Winkler von der SPÖ keinen Handlungsbedarf. Er glaubt, dass die bestehende Gesetzeslage ausreicht. FPÖ-Klubchef Thomas Dim widerspricht: „Das Oö. Jugendschutzgesetz untersagt zwar die missbräuchliche Verwendung bestimmter Substanzen, regelt aber nicht deren Verkauf. Wer anderes behauptet, versucht von der eigenen Untätigkeit abzulenken.“

„Lachgas nicht verbreitet“
Auf eine Landtagsanfrage der Grünen antwortet Winkler, dass Lachgas auch unter Jugendlichen gar nicht so stark verbreitet sei. Er beruft sich dabei auf die Auskünfte der Jugendberatung. „Ob diese Quellen für eine Schätzung des Lachgaskonsums in Oberösterreich ausreichen, darf ernsthaft bezweifelt werden. Nur weil es dort nicht als Problem auftaucht, heißt es nicht, dass es dieses nicht gibt“, kritisiert die Grüne Jugendsprecherin Anne-Sophie Bauer.

Fast überall erhätlich
Das Produkt „Exotic Whip“ sei in fast jedem Linzer Automatenshop erhältlich und werde auch von den Anbietern auf Social Media mit bunten Bildern vermarktet. Ihr Fazit: „Lachgas ist gefährlich und darf nicht länger an Minderjährige verkauft werden. Sowohl der Verkauf in Automaten als auch online muss verboten werden, da dort der Jugendschutz nicht garantiert werden kann.“

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