Bürger sind ungeduldig

Zuckerfabrik: Langes Warten auf eine neue Zukunft

Burgenland
16.09.2025 11:00

„Gut Ding’ braucht Weile“, lautet die Devise beim Mammut-Projekt in Siegendorf. Doch Zeit ist Geld. Spätestens in zehn Jahren soll der Umbau finalisiert sein. 

Im Jänner 2024 übernahm die Landesimmobiliengesellschaft (LIB), ein Tochter-Unternehmen der Landesholding Burgenland, die noch nicht veräußerten Restobjekte des historischen Zuckerfabrikgeländes in Siegendorf. Dazu gehört neben Teilen des Hauptgebäudes das ehemalige Rohrzuckermagazin mit dem Uhren-Dachreiter, das Zucker-Etagenmagazin, die Silos, das Portiergebäude, Hallen, Büros und der Fabrikschornstein.

Nach dem „strategischen Liegenschaftsankauf“ wurde eine Bestands- und Bedarfserhebung durchgeführt, die die Grundlage für ein umfassendes Nachnutzungskonzept ist, das Wirtschaftsagentur und Bundesdenkmalschutz gemeinsam erarbeiten.

Angedacht sind Betriebsansiedelungen und Wohnprojekte. Ein Steuerungsboard unter Vorsitz von Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner koordiniert die Projektentwicklung.

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Bei so einem riesigen Bauvorhaben, das auf 22 Hektar umgesetzt wird, macht es keinen Sinn, im Wochenrhythmus Neuigkeiten zu präsentieren.

Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner

Bisher gab es jedoch keine Zeitpläne für die Planungs-und Umsetzungsphase – weder für erste Projekte noch für die Fertigstellung. Deshalb macht sich in der Bevölkerung Ungeduld breit. „Wie lange bleibt die Ruine noch stehen?“ und „Wann passiert endlich etwas mit dem Areal?“ heißt es. 

Die „Krone“ hat Landesrat Dorner damit konfrontiert. Er versteht den Unmut nicht: „Ein Großprojekt dieser Dimension hat eine durchschnittliche Laufzeit von fünf bis zehn Jahren – von der Konzeption bis zur vollständigen Fertigstellung. Es macht daher wenig Sinn, bei einem riesigen Bauvorhaben, das auf einer Gesamtfläche von 22 Hektar umgesetzt wird, im Wochenrhythmus Neuigkeiten zu präsentieren.“ Aktuell betreue man bereits einen „vielfältigen Mietermix von rund 100 Gewerbemietern mit individuellen Anforderungen.“

Gerücht um hohe Instandhaltungskosten 
Die burgenländischen Steuerzahler beschäftigt auch die Finanzierungsfrage. Angaben zur Höhe des Ankaufspreises wurden bisher nicht öffentlich gemacht. Infos zu möglichen Fördermitteln fehlen ebenfalls. Dafür verlautet aus Insiderkreisen, dass die „Instandhaltungskosten immens hoch sind und daher nur das Notwendigste umsetzbar ist“. Stimmt das? 

„Eigentlich kommentieren wir Gerüchte nicht. Fakt ist: Seit der Übernahme des Areals wurden nur notwendige Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt – wie die Absicherung des Schornsteins gegen herabfallendes Mauerwerk. Darüber hinaus sind noch keine nennenswerten Kosten angefallen, da sich das Projekt in der Planungsphase befindet“, sagt Dorner.

Bis spätestens 2030 sollten die Nachnutzungspläne ausgegoren sein, die Fertigstellung dann ...
Bis spätestens 2030 sollten die Nachnutzungspläne ausgegoren sein, die Fertigstellung dann innerhalb der nächsten Legislaturperiode erfolgen.(Bild: P. Huber)

Ist Wiederverkauf eine Option?
Ob in Zeiten der Budgetknappheit auch der Wiederverkauf der Liegenschaften überlegt wird? „Nein, ein Verkauf steht nicht zur Diskussion. Das Projekt verfolgt das klare Ziel, das letzte bedeutende Industrieareal der Spätindustrialisierung des Burgenlandes zu erhalten. Wir wollen einen Meilenstein in der burgenländischen Baukultur setzen, der öffentliche und wirtschaftliche Interessen vereint und im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Innovation neue Maßstäbe setzt.“

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