Bis zu sieben Stunden mussten die 19 Fahrgäste am Montag in der Gondel der Dornbirner Karrenseilbahn ausharren – der Sturm hatte die Tragseile zum Entgleisen gebracht. Die Gondel schwebte in rund 80 Metern Höhe, die meisten fürchteten um ihr Leben.
Trotz der emotional angespannten Situation hätten sich die Fahrgäste sehr diszipliniert verhalten und damit auch die Bergung erleichtert, heißt es in einer Presseaussendung der Stadt. Da sie einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt waren und teilweise Todesängste empfunden hätten, werden die Beteiligten in den kommenden Tagen gemeinsam mit Mitarbeitern des Kriseninterventionsteams (KIT) zu einem Treffen eingeladen, um miteinander zu sprechen. Im Mittelpunkt des Gesprächs sollen die Ängste und Emotionen sowie weitere Betreuungsmöglichkeiten stehen.
Bereits seit Dienstag sind Mitarbeiter des Seilbahnherstellers sowie Techniker der Seilbahn AG damit beschäftigt, die Ursache des Vorfalls zu eruieren und das Ausmaß der Schäden abzuklären. Nachdem die oberste Seilbahnbehörde, das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, den Betrieb eingestellt hatte, war auch ein Vertreter des Ministeriums vor Ort.
Arbeiten mit speziellen Flaschenzügen
Bei der Bergstation hat der Sturm sowohl die Tragseile als auch das Zugseil ausgehoben und überworfen. Pro Tragseil wurden dabei vom Wind jeweils 30 Tonnen Gewicht bewegt, was von einer enormen Stärke der Böe zeugt. Als erster Schritt, nach der Analyse des Schadens, müssen die Seile wieder in die „Schuhe“ bei der Bergstation gehoben werden. Auch das Zugseil muss nach dem Überwurf wieder „ausgefädelt“ werden. Diese Arbeiten werden mit speziellen Flaschenzügen von den Seilbahnexperten durchgeführt.
Erst wenn die Seile die Führung der Kabinen wieder möglich machen, können diese in die Stationen eingefahren werden. Anschließend wird die gesamte Anlage nochmals auf weitere Schäden geprüft. Unter anderem werden sämtliche Seile mit einem speziellen Röntgengerät durchleuchtet, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Weitere Maßnahmen geplant
Zudem werden seitens des Ministeriums Maßnahmen ausgearbeitet, die den sicheren Betrieb gewährleisten sollen. Erst wenn der Betreiber nachweisen kann, dass alles umgesetzt wurde, kann die Karrenseilbahn wieder in Betrieb gehen.
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