Die Arbeitgeber hatten nach drei Runden ein Angebot über zwei Prozent Ist-Lohn-Erhöhung gelegt, Mindestlöhne, Zulagen und Aufwandsentschädigungen sollen nicht erhöht werden. Von Gewerkschaftsseite wurde das Angebot als deutlich unter der durchschnittlichen Inflationsrate 2013 zurückgewiesen. "Dies würde eine reale Lohn- und Gehaltskürzung bedeuten. Die Weigerung, die Mindestlöhne zu erhöhen, ist überhaupt einmalig", so die beiden Verhandler der Gewerkschaften, Rainer Wimmer (Pro-Ge) und Karl Proyer (GPA).
Gewerkschaft fordert 3,4 Prozent mehr Lohn
Die Gewerkschaften fordern mindestens 3,4 Prozent mehr Lohn bzw. 100 Euro für Niedrigverdiener. Nach ersten Betriebsversammlungen wurde nun zu Kundgebungen aufgerufen. Sollten die Arbeitgeber am Dienstag nicht einlenken, sehe man sich gezwungen, den Druck weiter zu erhöhen. "Es können die Kampfmaßnahmen verschärft werden", hieß es in Weiz.
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Arbeitgeber: "Letztklassig und Bruch mit Tradition"
Chefverhandler und Fachverbandsobmann Christian Knill - auch in seiner Firma gab es am Montag Protestaktionen - sieht die Demonstrationen sehr kritisch. "Wir sind die Machtdemonstrationen der Gewerkschaften gewohnt, akzeptabel finde ich sie in dieser persönlichen Form nicht."
Es sei zwar völlig in Ordnung, Betriebsversammlungen abzuhalten, die Gewerkschafter könnten auch gerne Beitrittsformulare zur Mitgliederwerbung verteilen - "aber es werden uns Dinge unterstellt, die wir nie gesagt haben", so Knill. Dass Arbeitgeber-Verhandler nun "persönlich bei ihren Betrieben unter Druck gesetzt werden, ist letztklassig und bricht mit jeder Tradition der Sozialpartnerschaft".
Sinkende Auftragszahlen und hohe Steuern angeprangert
Die Branche rechnet laut den Arbeitgebern etwa für heuer mit "über 280 Millionen Euro an Ertragsausfällen aufgrund sinkender Aufträge". Aufgrund hoher Steuern und Lohnnebenkosten verdiene zudem "vor allem der Staat, während dem Arbeitnehmer im Schnitt weniger als die Hälfte übrig bleibt".
Unter anderem verweisen die Arbeitgeber auch noch auf die Benya-Formel: Berechne man den KV nach dieser Formel und lege dabei die September-Inflationsrate an, "käme man auf eine rechnerische Erhöhung um 1,6 Prozent". Mit der Jahresinflationsrate ergebe sich eine Lohnerhöhung über 1,9 Prozent. Die Forderungen der Gewerkschaften aber "würden Erhöhungen von bis zu sechs Prozent bedeuten", kritisieren die Arbeitgeber.











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