04.10.2013 19:59 |

Tod geheim gehalten

Britin ließ Sohn (4) verhungern: 15 Jahre Haft

Die mumifizierte Leiche des vierjährigen Hamzah Khan machte Schlagzeilen - und ein ganzes Land fassungslos: Am Freitag wurde seine Mutter, die 43-jährige Britin Amanda Hutton, wegen Totschlags und Grausamkeit gegen Kinder zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts ließ Hutton den Buben verhungern und versteckte die Leiche zwei Jahre lang in ihrer völlig verdreckten Wohnung.

"Wie konnte ein Kind im England des 21. Jahrhunderts verhungern?", hatte der Staatsanwalt zu Prozessbeginn gefragt. Die Details des Falls zeugen von schier unfassbarer Grausamkeit. Die Überreste des kleinen Hamzahs waren im September 2011 im Haus von Amanda Hutton in Bradford im Norden Englands gefunden worden. Mumifiziert, modrig und von Insekten umschwärmt, berichtete der britische "Guardian".

Vierjähriger trug Babystrampler und Windeln
Der abgemagerte Junge trug einen Babystrampler - in der Größe für sechs bis neun Monate alte Babys - und eine Windel, als er qualvoll sterben musste. Ein Polizist entdeckte die Leiche bei einer Nachschau in dem müllüberwucherten Haus. Die heute 43-Jährige hatte die sterblichen Überreste ihres Sohnes einfach im Kinderbett deponiert. Hinweise der Nachbarn hatten dazu geführt, dass die Behörden - ganze 21 Monate nach dem Tod des Buben - Huttons Haus überprüften.

Die Mutter von insgesamt acht Kindern war nach Angaben im Prozess Alkoholikerin und Messie. Mit ihrem "boshaften" Verhalten habe sie ihre Grundpflichten als Mutter versäumt und das Kind "zu Tode hungern" lassen, sagte der Richter bei der Urteilsverkündung. Zeugen hatten allerdings auch schwere Anschuldigungen gegen die Sozialdienste erhoben, die nicht rechtzeitig eingegriffen hätten. Die 43-Jährige hatte jegliche Hilfe von der Gesundheitsbehörde abgelehnt, weshalb kein Sozialarbeiter das Schicksal der Kinder verfolgte.

Unterernährte Geschwister aus Haus gerettet
Fünf weitere Kinder der Frau im Alter von 5 bis 11 Jahren waren bei der Hausdurchsuchung, bei dem Hamzahs Leiche gefunden wurde, aus dem Haus gerettet worden. Sie waren unterernährt, hatten Kopfläuse und Pilzinfektionen, aufgrund derer einige von ihnen gar Zehennägel verloren hatten. Einige trugen, obwohl bereits im Schulalter, noch Windeln. Außerdem seien sie laut den Ermittlern vor Ort über die Stufen auf den Händen in die obere Etage des Hauses gekrochen, statt ihrem Alter entsprechend zu gehen. Keiner von ihnen hatte in den Jahren davor einen Arzt gesehen.

Die Kinder seien "in einem erschreckenden Zustand des Elends" aufgefunden worden, erklärte der Richter im Prozess. Er bezeichnete Hutton als "eine Gefahr für jedes Kind". Der Vater der Kinder, Aftab Khan, hatte diese nach der Trennung von Hutton nicht mehr besuchen dürfen. Auch ihm war vom Gericht allerdings eine "unattraktive Persönlichkeit" attestiert worden.


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