Alpen-Adria-Galerie

Wer sich Frieden wünscht, sollte in dieses Museum

Kärnten
16.04.2025 17:30

Wer sich Frieden wünscht ... muss bereit sein für das Gefecht. Zehn Künstlerinnen und Künstler aus Österreich und Slowenien widmen sich in Wort und Bild der „Zwischenkriegszeit“ der vergangenen Jahrzehnte.

Si vis pacem, para bellum: Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor. Dieses lateinische Sprichwort, dessen Grundidee sich schon bei Platon findet, könnte aktueller nicht sein: In einer zunehmend instabilen Welt, geprägt von multiplen Krisen, wollen die Länder innerhalb der Europäischen Union, und auch die EU selbst, aufrüsten. Man will sicherstellen, dass man sich im Fall der Fälle verteidigen könnte. Ein Widerspruch?

Dieser Frage widmen sich in der Alpen-Adria-Galerie im Klagenfurter Stadthaus gleich mehrere Künstlerinnen und Künstler aus Österreich und Slowenien – manche auf offensichtliche Weise, andere etwas abstrakter.

Da rezitieren Panzersperren die Menschenrechte (Melitta Moschik, Ö), da bereiten sich bunte Comicfiguren lachend auf Schlachten vor (Karl Vouk, Ö), der Steinboden zieht (absichtlich?) eine „Staatsgrenze“ und hinter „Europas Gelbfieber“ verbirgt sich eine blitzende, drohende Schicht Stacheldraht (Dušan Fišer, Slo.).

Karl Vouk lässt seine Kindheitshelden aufleben – sie gedeihen in Friedenszeiten, Vouk lässt sie ...
Karl Vouk lässt seine Kindheitshelden aufleben – sie gedeihen in Friedenszeiten, Vouk lässt sie auf den Krieg blicken.(Bild: Evelyn Hronek)
Dušan Fišer zieht bildlich eine Staatsgrenze.
Dušan Fišer zieht bildlich eine Staatsgrenze.(Bild: Evelyn Hronek)

Blick auf 80 Jahre „Zwischenkriegszeit“
Das dahinterstehende Kunstprojekt „Si vis pacem/ Wenn du Frieden willst / Če želiš mir“ ruft im heurigen Jahr der Erinnerungskultur auf zur Reflexion über die acht Dekaden, die seit Ende des Zweiten Weltkrieges vergangen sind. Diese Zwischenkriegszeit, wie Künstler Gernot Fischer-Kondratovitch (Ö) sie nennt, ist in Österreich und Slowenien sehr unterschiedlich verlaufen.

Was allerdings in beiden Nationen gilt: „Der Krieg ist eine absurde Fähigkeit und eine irrationale Dimension des Wahnsinns (...). Der Tod ist der einzige Gewinner“, schreibt Fišer, der die Ausstellung gemeinsam mit Vouk kuratiert hat.

Daten & Fakten

„Si vis pacem/ Wenn du Frieden willst / Če želiš mir“ in der Alpen-Adria-Galerie im Stadthaus Klagenfurt:

  • Die Ausstellung läuft noch bis 8. Juni, täglich außer Montag von 10 bis 18 Uhr: Theaterplatz 3, 9020 Klagenfurt
  • Sonderführungen durch die Ausstellung werden am Sonntag, 27. April, und am Sonntag, 4. Mai, angeboten: jeweils 11 Uhr
  • Eine Lesung mit Zdenko Kodrič und Elena Messner im Musil-Institut widmet sich dem Thema: Dienstag, 6. Mai um 19.30 Uhr
  • Nach Abschluss wandert die Ausstellung weiter nach Slowenien: Vernissage in der Stadtgalerie Ptuj am 24. September um 19 Uhr

Empfehlung: In Kooperation mit dem Robert Musil Literatur Museum, dem Robert-Musil-Institut für Literaturforschung sowie der Stadtgalerie Ptuj in Slowenien haben die Organisatoren eine Reihe von begleitenden Veranstaltungen auf die Beine gestellt (siehe Info-Kasten oben).

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