Der italienische Designer Pierpaolo Piccioli hat seine Tätigkeit als Kreativdirektor des Modehauses Balenciaga beendet. Das Label gehört zum französischen Luxusgüterkonzern Kering. Ihm folgt die britische Designerin Martine Rose. Sie übernimmt das Amt am 16. November.
Nach Angaben von Kering verbindet sie „ein tiefes Verständnis für die kreative Identität des Modehauses mit einer eigenständigen Sicht auf die zeitgenössische Kultur“.
„Ein großes Privileg“
„Es ist ein großes Privileg, die kreative Leitung eines Hauses mit einem so außergewöhnlichen Erbe und einem so mutigen kreativen Geist zu übernehmen“, erklärte Rose.
Balenciaga sei vor ihr von herausragenden kreativen Talenten geprägt worden. Sie wolle dieses Erbe bewahren und freue sich darauf, das nächste Kapitel dieser traditionsreichen Geschichte zu gestalten.
Auch Vaccarello nahm Hut
Der Abschied Picciolis kommt weniger als einen Monat nach dem Ausscheiden von Anthony Vaccarello bei Yves Saint Laurent, einer weiteren Marke des Kering-Konzerns. Die Gerüchte über einen möglichen Wechsel der beiden Kreativdirektoren waren bereits Ende September aufgekommen.
Als Erster hatte sich der Belgier Vaccarello verabschiedet, der zehn Jahre lang die kreative Leitung von Yves Saint Laurent innehatte. Nun folgt Piccioli, der erst vor 14 Monaten zu Balenciaga gekommen war.
Avantgardistischer Geist Balenciagas im Fokus
Kering-Chef Luca De Meo bezeichnete Piccioli als „außergewöhnlichen Designer und kreatives Talent“, dem man großen Respekt entgegenbringe.
Ziel sei es, den avantgardistischen Geist Balenciagas weiterzuentwickeln, das außergewöhnliche Erbe des Hauses zu bewahren und die Grenzen der Kreativität weiter zu verschieben. Damit solle die Marke ihre Position als eigenständige und relevante Stimme in der internationalen Modewelt weiter festigen. De Meo arbeitet derzeit an einem Sanierungs- und Wachstumsplan für den gesamten Konzern, dessen wichtigste Marke Gucci wieder an Glanz gewinnen soll.
Der 59-jährige Piccioli gilt als einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen italienischen Mode. Seine Ernennung bei Balenciaga war ein Versuch, die traditionsreiche Couture-DNA des Hauses wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
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