Am Donnerstag haben in Frankreich landesweit etwa 575.000 Menschen für höhere Löhne und bessere Bedingungen an Schulen und Universitäten demonstriert. In Paris nahmen auch mehrere linke Präsidentschaftskandidaten teil, einer von ihnen wurde jedoch ausgebuht.
Der Sozialdemokrat Raphaël Glucksmann verließ die Kundgebung daraufhin wieder. Auch der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon und die Grüne Marine Tondelier nahmen teil. Die seit Wochen andauernden Proteste in Frankreich prägen den Präsidentschaftswahlkampf, in dem die Rechtspopulistin Marine Le Pen derzeit die besten Aussichten hat.
Zu dem jüngsten Protesttag am Donnerstag hatten mehrere Gewerkschaften aufgerufen. Schüler- und Studierendenverbände sowie die Gelbwestenbewegung unterstützten den Aufruf und brachten damit Hunderttausende Menschen auf die Straßen. Wie berichtet, kam es auch diesmal wieder zu Zwischenfällen. Landesweit wurden bis 18 Uhr 53 Polizistinnen und Polizisten verletzt, das Innenministerium registrierte 86 Einsätze wegen Bränden. Ein Fotograf erhielt bei einem Polizeieinsatz fünf Schlagstockschläge, auch in Rennes kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften.
Auch humorvoller Protest
Mindestens 448 Menschen wurden festgenommen. Trotz der gewaltsamen Vorfälle wurde an einigen Orten auch friedlich und humorvoll demonstriert. In Lyon verkleideten sich Demonstrantinnen und Demonstranten beispielsweise als Superheld oder tanzendes Schwein. Auf der Pariser Place de la République spielten Dutzende Musikerinnen und Musiker des Orchestre du Nouveau Monde (Orchester der Neuen Welt) Revolutionslieder und brachten die Menge zum Mitsingen.
Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu kündigte für Montag eine Sozialkonferenz mit Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden an, „um Lösungen für Fragen der Kaufkraft und der Löhne zu finden“. Der Arbeitsminister solle seine Beratungen bis Sonntag abschließen. Der Minister für öffentliche Finanzen setze außerdem den Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern des öffentlichen Diensts fort, sagte Lecornu. Unterdessen hat die Protestbewegung für den kommenden Samstag, 7. November, weitere Aktionen angekündigt.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.