„System will Krieg“

Selenskyj: „Putin schert sich wenig um Diplomatie“

Ukraine-Krieg
30.03.2025 22:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin fehlendes Interesse an Frieden vorgeworfen. „Die Grausamkeit der russischen Angriffe, die nicht nur gelegentlich, sondern buchstäblich jeden Tag und jede Nacht erfolgen, zeigen, wie wenig Putin sich um Diplomatie schert“, sagte er am Sonntag.

Er erinnerte an den US-Vorschlag für eine 30-tägige Feuerpause. „Und als Antwort auf diesen Vorschlag haben wir jeden Tag russische Drohnen, russische Bomben, Artilleriebeschuss, ballistische Raketen“, sagte der ukrainische Präsident. Seiner Meinung nach müsse Russland weiter unter Druck gesetzt werden. Nur harte Maßnahmen könnten ein System brechen, „das nichts anderes als Krieg will“.

Putin suche Ausreden, um den Krieg in die Länge zu ziehen. Er spiele dasselbe Spiel, das er schon seit 2014 spiele. Damit bezog sich Selenskyj auf die völkerrechtswidrige Besetzung und spätere Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim.

Dass Putin die Gespräche über eine Waffenruhe vielleicht gezielt hinauszögere, hatte kürzlich auch US-Präsident Donald Trump gesagt. Anders als Selenskyj zeigte er aber Verständnis dafür. Er habe das selbst manchmal gemacht, wenn er sich bei einem Vertrag unsicher gewesen sei.

Schwere Kämpfe im Osten
Wie berichtet, haben sich die Kriegsparteien nur auf einen Verzicht der Angriffe auf Energieanlagen geeinigt – und werfen sich gegenseitig Verstöße gegen die Abmachung vor. Am Sonntag wurden insgesamt 104 Gefechte registriert, die meisten Kampfhandlungen erfolgten rund um die Stadt Pokrowsk am Rande des Donbass. Viele russische Angriffe seien mit Unterstützung von Artillerie erfolgt, hieß es.

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