Handykompetenz fördern

„Ein Handyverbot allein löst das Problem nicht“

Burgenland
21.03.2025 06:00

Ein Verbot von Handys am Vormittag, das am Nachmittag wieder aufgehoben wird, ist wenig effektiv, wenn nicht darüber gesprochen wird, sagt Bildungsdirektor Alfred Lehner. Das Burgenland will hingegen auf die Förderung von verantwortungsbewusster Handykompetenz im Schulalltag setzen.

Für viele Kinder und Jugendliche ist das Smartphone längst mehr als nur ein technisches Gerät – es ist ständiger Begleiter, Unterhaltungsplattform, Zufluchtsort. Der Umgang mit Handys birgt jedoch extremes Suchtpotenzial und kann schwerwiegende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben, warnen Psychologen seit Jahren vor übermäßigem Handykonsum. Mit einem Verbot will der Bund jetzt gegensteuern.

Handyverbot soll ab 1. Mai an Schulen gelten
Ab 1. Mai soll das Handy an Volks- und Mittelschulen sowie AHS-Unterstufen aus den Klassen verbannt werden. Ausnahmen werde es nur dann geben, wenn Handys etwa zu Unterrichtszwecken gebraucht werden. Demnach soll durch einen Ministererlass der Gebrauch von Mobiltelefonen auch in Pausen untersagt werden. Im Rahmen ihrer Autonomie können Schulen schon bisher die Nutzung von Handys regeln. „Mit einem Verbot allein löst man allerdings das Kernproblem nicht“, sagt Burgenlands Bildungsdirektor Alfred Lehner.

Zusammenarbeit von Schulen und Eltern
Die Bildungsdirektion arbeitet daher an einem Handykompetenz-Konzept, das den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien fördern soll. Hier soll vor allem Prävention und Elternarbeit eine erhebliche Rolle spielen. Geht es nach dem Bildungsdirektor, dann würde es wenig Sinn machen, wenn man das Handy am Vormittag verbietet, am Nachmittag und Abend aber uneingeschränkt zur Verfügung stellt.

Förderung von Medienkompetenz
„Es geht hier um das Erlernen von nachhaltiger Handykompetenz, die einen verantwortungsvollen Umgang mit den Geräten ermöglicht. Dabei spielt die Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Direktoren und Eltern eine entscheidende Rolle“, spricht Lehner von Vorbildwirkung und der Gefahr des Internets. Jugendliche sollen lernen, wie sie ihre Geräte im Schulalltag sinnvoll und verantwortungsvoll einsetzen können. „Es ist nämlich auch wichtig, die technischen Möglichkeiten nicht zu ignorieren. Dies bedeutet nicht nur eine Prävention von Missbrauch und Suchtgefahr, sondern auch die Förderung von Medienkompetenz“, so Lehner.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Burgenland
21.03.2025 06:00
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

11° / 24°
Symbol wolkenlos
5° / 22°
Symbol wolkenlos
7° / 24°
Symbol wolkenlos
9° / 24°
Symbol wolkenlos
7° / 23°
Symbol wolkenlos
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung