Tier verletzt?

Wombat-Skandal: US-Influencerin verließ Australien

Ausland
14.03.2025 11:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Australien hat eine US-Influencerin ein Wombat-Baby seiner Mutter entrissen und gefilmt. Nach Kritik an ihrem Vorgehen hat sie nun fluchtartig das Land verlassen. „Es gab noch nie einen besseren Tag für Wombat-Babys in Australien“, kommentierte Innenminister Tony Burke.

Am Donnerstag hatte er bereits erklärt, dass das Visum der Influencerin überprüft werden solle. Der Sender ABC berichtete jedoch, dass die Ausreise freiwillig gewesen sei. Wie berichtet, hatte die US-Amerikanerin ein Video gepostet, in dem sie ein Wombat-Junges am Straßenrand hochhebt und auf die Kamera zurennt, gefolgt von der Mutter des Tieres. Dabei ist das Lachen eines Mannes zu hören.

„Ich habe ein Baby-Wombat gefangen“, sagt die Frau und hält dabei das kleine Beuteltier hoch, das zappelt und faucht. Die US-Amerikanerin, die laut Medien begeisterte Jägerin ist, setzte das Tier zwar wieder zurück an den Straßenrand, von der Mutter war aber nichts mehr zu sehen. 

Hier sehen Sie das Video der Influencerin.

Tierschützerinnen und Tierschützer warnten, dass das Wombat-Junge beim Hochheben und Tragen verletzt worden sein könnte. „Die Art und Weise, wie sie das Junge an den Unterarmen hochgehoben hat, hätte zu Verletzungen an Muskeln, Sehnen, Nerven, Schultern und Oberarmen führen können“, sagte Tierärztin Tania Bishop.

„Ein Wombat-Baby seiner Mutter zu entreißen und damit die Mutter in Bedrängnis zu bringen, ist einfach ein Skandal“, kommentierte Australiens Premier Anthony Albanese. Wombats sind Beutelsäuger, die nur in Australien leben. Sie haben scharfe Krallen, mit denen sie Wohnhöhlen graben. Die Pflanzenfresser können bis zu 120 Zentimeter lang und bis zu 40 Kilogramm schwer werden.

Meist nur ein Junges pro Wurf
Wombats ziehen fast immer nur ein Junges auf, der Nachwuchs wächst sechs bis acht Monate lang im Beutel heran und bleibt anschließend noch etwa ein Jahr in der Nähe der Mutter. Die Lebenserwartung beträgt in Freiheit mindestens fünf, in Gefangenenschaft mehr als 20 Jahre. Das älteste Weibchen wurde 34 Jahre alt.

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