Mo, 18. Februar 2019
26.07.2013 10:25

Klimawandel-Folge

Der Nordpol steht seit 13. Juli unter Wasser

Der nördlichste Punkt der Erde steht derzeit unter Wasser. Am Nordpol, wo man sich eigentlich meterdickes Packeis erwartet und wo Polarforscher vor über 100 Jahren die erste Flagge hissten, hat sich aufgrund ungewöhnlich warmer Temperaturen ein See gebildet. Trockenen Fußes ist der Nordpol zurzeit nicht erreichbar.

Der Schmelzwassersee hat sich am 13. Juli zu bilden begonnen, wie Aufnahmen der Webcams des North Pole Environmental Observatory (das Bild links stammt vom 30. April, das rechts vom 25. Juli) zeigen. "Es ist ein flacher See. Es ist ein kalter See, aber es ist wirklich ein See", schreibt William Wolfe-Wylie von der Website Canada.com.

Das Schmelzen des Packeises ist eine Folge der ungewöhnlich hohen Temperaturen, die im Juli bisher am Nordpol herrschten und laut Angaben des Schnee- und Eisdatenzentrums der USA (kurz NSIDC) ein bis drei Grad über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Grund dafür ist die Klimaerwärmung, von der der Nordpol besonders betroffen ist. Wissenschaftler vermuten, dass die Temperaturen in der Arktis drei bis fünf Mal so schnell steigen wie an anderen Orten der Erde.

Polares Packeis wird immer weniger
Satelliten-Messungen zufolge hat die Stärke des polaren Packeises in den letzten 50 Jahren um rund 40 Prozent nachgelassen. Manche Klimaforscher prophezeiten sogar, dass die Eiskappe des Nordpols, die (noch) drei bis zehn Meter mächtig ist, schon in nur 50 Jahren im Sommer vollständig verschwinden wird.

Erst im Herbst vergangenen Jahres hatten US-Forscher berichtet, dass die Eisfläche der Arktis so klein wie noch nie seit Beginn der Satelliten-Beobachtung anno 1979 ist (Bericht in der Infobox). Laut Angaben des NSIDC in Boulder (Colorado) sind am 16. September 2012 nur noch 3,41 Millionen Quadratkilometer gemessen worden. Damit sei zum wiederholten Male ein Negativrekord erreicht worden, so die Wissenschaftler.

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