Muss ins Gefängnis

Russe importierte kiloweise Cannabis aus den USA

Vorarlberg
05.08.2026 07:25
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Ein 23-jähriger Russe sitzt seit Februar in Untersuchungshaft – die Vorwürfe gegen ihn haben es in sich. Vor dem Schöffengericht in Feldkirch musste sich der Mann am Dienstag verantworten, weil er sich aus den USA knapp 15 Kilo Cannabis liefern ließ und dieses anschließend verkaufte.

Ein halbes Jahr lang, von Juli 2025 bis Februar dieses Jahres, soll der heute 23-jährige Russe einen unbekannten Lieferanten dazu gebracht haben, ihm knapp 15 Kilo Cannabiskraut aus den USA nach Österreich zu liefern. Verkaufswert: rund 88.000 Euro. Der gelernte Installateur zeigte sich nur teilweise geständig und präsentierte eine Geschichte, die er wohl selbst nicht glaubte: Über Telegram habe er einen Lieferanten kennengelernt, der einen Cannabisverkauf mit „Worldwide Shipping“ bewarb. Die ersten drei Pakete seien angebliche Testsendungen gewesen: „In den Paketen waren Bettwäsche und Duschköpfe drinnen.“ Erst im vierten Paket sei tatsächlich Suchtgift enthalten gewesen. Bezahlt habe er für keines der Pakete. Pikant: Weil der Lieferant um einen falschen Empfängernamen bat, nannte der Angeklagte den Namen seines Schulfreundes – der die Pakete später auch prompt entgegennahm.

Zitat Icon

Ich weiß ja, dass ich einen schweren Fehler gemacht habe. Aber ich bin mit Sicherheit kein Krimineller!

Der Angeklagte vor Gericht

Staatsanwalt: „Sammelsurium an Lügen“
Auf dem sichergestellten Handy des Beschuldigten fanden Ermittler zudem brisante Fotos: Drogen auf dem Wohnzimmerteppich und Bündel von Geldscheinen in der Hand eines unbekannten Mannes. „Ich habe das Foto gemacht. Ich weiß aber nicht, wer das ist“, behauptet der Angeklagte im Prozess. Fotos von Duschköpfen oder Bettwäsche fanden die Ermittler keine.

Auf Nachfrage von Staatsanwalt Richard Gschwenter, warum er die vermeintlichen Testpakete nicht seiner Mutter geschenkt habe, bei der er schließlich wohne, meinte der Russe lapidar: „Ich habe die Sachen halt weggeschmissen.“ In seinem Schlussplädoyer machte Gschwenter unmissverständlich klar, was er von den ihm aufgetischten Geschichten hält: „Das ist so hanebüchen. Kein professioneller Drogenversender schickt Duschköpfe und Bettwäsche voraus.“ Er sprach von einem „Sammelsurium an Lügen“.

Verteidiger zeichnet milderes Bild
Verteidiger Felician Simma zeichnete ein milderes Bild: Sein Mandant sei kein Schwerkrimineller, die Fotos auf dem Handy nur „eine jungmännliche Prahlerei“. Der Angeklagte selbst gab sich am Ende der Verhandlung zerknirscht: „Ich weiß ja, dass ich einen Fehler gemacht habe. Aber ich bin kein Krimineller!“ Das sah die vorsitzende Richterin anders und sprach den 23-Jährigen im Sinne der Anklage schuldig. Das rechtskräftige Urteil: dreieinhalb Jahre Haft.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

19° / 28°
Symbol heiter
19° / 31°
Symbol heiter
20° / 31°
Symbol heiter
19° / 31°
Symbol heiter
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung