Da sind sich alle einig: Es war jämmerlich, wie die Parteien bei uns um eine Koalition verhandelt haben. Das hat den Eindruck entstehen lassen, dass es sehr schwer sein muss, ein Land ordentlich zu regieren und zu führen.
Dass das aber souverän bewältigbar ist, beweist ein Blick in die benachbarte Schweiz: Natürlich gibt es auch dort Probleme und Fehler, aber insgesamt ist es eine eindrucksvolle Leistung, wie dieses Land geführt wird. Ehe Sie abwehren, das könne man nicht vergleichen, da seien die Voraussetzungen ganz anders: Vieles von dem, was die Schweizer besser machen, könnten auch wir tun.
Die Inflation ist dort viel, viel niedriger als bei uns. Und zwar weit unter einem Prozent, bei uns hingegen ist sie wieder auf 3,3 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz hält bei drei Prozent, bei uns ist sie wieder auf sechs Prozent geklettert.
Aber die Einkommen sind doch ähnlich hoch? Keineswegs, ein durchschnittlicher Alleinverdiener in der Schweiz (verheiratet, zwei Kinder) kommt laut Eurostat auf ein Jahreseinkommen von 56.500 Euro, ein Österreicher auf 33.876 Euro. Aber die Steuern müsse man doch auch vergleichen?
Gerne! Laut OECD beträgt die Steuer- und Abgabenquote in der Schweiz bei dem Alleinverdiener 9,5 Prozent des Bruttoverdienstes, in Österreich hingegen 38 Prozent.
Sie verdienen besser, zahlen weniger Steuern. Offenbar geht es schon, ein kleines Land gut zu führen.
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