Maden können nicht nur den Geschmack von verrottenden Stellen in Früchten wahrnehmen, sondern auch deren Konsistenz erspüren. Wie Forschende der Universität Freiburg in einer neuen Studie herausfanden, nutzen sie dafür die gleichen Geschmackszellen.
Während das Schmecken von Aromen eine chemische Wahrnehmung erfordert, ist für das Erfassen von Texturen eine mechanische Wahrnehmung notwendig. Bisher war unklar, ob Geschmacksorgane wie die Zunge in der Lage sind, beide diese Wahrnehmungen zu erfassen.
Um mehr darüber herauszufinden, haben die Forschenden Fruchtfliegenlarven zu Hilfe genommen. Denn diese besitzen ein einfacher aufgebautes Nervensystem als Menschen.
Geschmacksneuronen deaktiviert
Maden fressen Nahrung nur, wenn sie weder zu hart noch zu weich ist. Um zu überprüfen, ob die Geschmacksknospen auf der Zunge neben der Wahrnehmung des Geschmacks auch die Wahrnehmung der Konsistenz übernehmen, deaktivierten die Forschenden ebendiese Geschmacksneuronen im Mund der Larven.
Als Folge verloren die Maden das Gefühl für die Textur der Nahrung und versuchten, weichere oder härtere Nahrung zu fressen, die sie normalerweise meiden würden. Weitere Experimente zeigten, dass das sogenannte painless-Mechanorezeptor-Gen für diese Empfindung notwendig ist. Ob Menschen über ähnliche Mechanismen verfügen, ist noch unklar.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.