Es waren bange Stunden für Norwegens Königsfamilie: Nachdem sich der Gesundheitszustand von König Harald deutlich verschlechtert hatte, versammelte sich die Familie am Donnerstag im Rikshospitalet in Oslo. Am Abend kehrten Haakon und Mette-Marit überraschend noch einmal ins Krankenhaus zurück. Während die Kronprinzessin später beim Verlassen des Spitals gesehen wurde, wachte der Thronfolger die ganze Nacht am Bett seines Vaters.
Der Gesundheitszustand des 89-jährigen Königs war am Donnerstag als „sehr ernst“ beschrieben worden. Gegen 19.30 Uhr kehrten Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit schließlich ins Rikshospitalet zurück, nachdem sie es kurz nach 16 Uhr zunächst verlassen hatten.
Mette-Marit verließ Spital ohne Haakon
Mette-Marit machte sich gegen 22 Uhr schließlich allein in Richtung Skaugum auf, Haakon blieb im Spital zurück, wie norwegische Medien berichteten.
Die Zeitung „VG“ meldete am Freitagmorgen schließlich, der Kronprinz habe das Rikshospitalet bis in die frühen Morgenstunden nicht verlassen. Zwar habe die Polizei patrouilliert, ansonsten sei es vor dem Krankenhaus die ganze Nacht über ruhig gewesen.
Am Freitagmorgen gegen 7.30 Uhr traf schließlich Königin Sonja ein, die am Donnerstag fast zehn Stunden am Bett ihres Ehemannes gesessen hatte. Um 08.10 Uhr folgte Haralds Enkelin Leah Isadora Behn.
Auch Marius beim König im Spital
Schon am Donnerstag hatte sich die Königsfamilie bei Harald im Krankenhaus versammelt. Seine Enkelkinder Ingrid-Alexandra und Sverre Magnus waren ebenso wie Prinzessin Astrid, die Schwester des Königs, ins Rikshospitalet in Oslo geeilt. Die 94-Jährige verließ das Spital allerdings bereits kurz vor 14.30 Uhr, während die Kinder des Kronprinzenpaares bis zum Nachmittag an der Seite ihres Großvaters ausharrten.
Kronprinz Haakon und die Königin sagten zudem sämtliche Termine ihres jeweiligen Programms ab.
Auch Marius Borg Høiby, der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, wurde am Donnerstag im Rikshospitalet gesehen. Er verließ das Krankenhaus kurz nach 15.50 Uhr. Sein Verteidiger Petar Sekulic wollte sich zu dem Besuch nicht äußern. Er erklärte lediglich: „Er steht weiterhin unter elektronisch überwachtem Hausarrest.“
„Auch eine ganz normale Familie“
Der Autor und Kommentator Harald Stanghelle bezeichnete König Harald gegenüber dem Sender als ausgesprochen familienverbunden. Der Monarch sei ein Mensch, den er als „familienliebend“ bezeichnen würde. Das sei in königlichen Kreisen keineswegs selbstverständlich.
„Es ist die Familie, die zusammenkommt. Das ist die erste Familie des Landes. Aber es ist auch eine ganz normale Familie, die sich am Krankenbett eines Familienoberhaupts versammelt, das ihnen sehr, sehr viel bedeutet und das sie aufrichtig lieben“, sagte Stanghelle.
Bereits am Mittwoch hatten sich große Teile der Königsfamilie im Rikshospitalet eingefunden.
König wird wegen Blutkrankheit behandelt
König Harald wird seit mehreren Wochen mit Kortison wegen der Bluterkrankung hämolytische Anämie behandelt. Die Erkrankung führt dazu, dass rote Blutkörperchen schneller abgebaut werden, als der Körper sie ersetzen kann.
Die Professorin und Seniorforscherin am norwegischen Gesundheitsinstitut, Anette Hylen Ranhoff, hatte zuvor erklärt, dass beim König zugrunde liegende Erkrankungen das Krankheitsbild zusätzlich erschwerten. Dies sei bei älteren Menschen nicht ungewöhnlich.
„Ich bin, glaube ich, wie die meisten anderen besorgt. Das ist schließlich unser lieber König“, sagte Ranhoff am Montag.
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