Es geht jetzt Schlag auf Schlag: Präsident Trump reißt mit einem Tsunami an Dekreten die Grundmauern der Wokeismus-Ideologie (= Bewusstseins-Erwachen) nieder. Zum Wokeismus zählt: weiße Schuld in Vergangenheit und Gegenwart, Geschlechterdiversität (LGBTQ), Multikulturalismus und im deutschen Sprachraum das Gendern. Die (un)sozialen Netzwerke des Silicon Valley haben schon alle Selbstkontrollen abgeschafft. Sogar das N-Wort darf dort wieder verwendet werden.
Es wundert, wie dieses Wüten von Trumps Abrissbirne ohne Aufschrei und öffentlichen Widerstand hingenommen wird. Ganz im Gegensatz zu dem Kampfeslärm, mit dem sich der Wokeismus seine öffentliche Vorherrschaft verschafft hatte.
So tief wirkt der Schock von Trumps Wahlsieg nach. Seine Gegner sind wie gelähmt – und Trump nutzt diese Gelegenheit aus.
Der Wokeismus hatte durchaus fortschrittliche Elemente, wie Black Lives Matter. Gesellschaftliche Errungenschaften wie die politische Korrektheit werden jedoch zur Belastung, wenn sie in zensurartigen Fanatismus ausarten, wie die Cancel Culture (= Auslöschungskultur etwa des kolonialen Erbes).
Wokeismus-Exzesse haben den Wokeismus gekillt. Die Gefahr von Trumps Radikalismus ist aber, dass nun das Kind mit dem Bade ausgegossen wird, dass die Uhren zurückgedreht werden in Chauvinismus, Machismus, Rassismus. Die ersten Verlierer sind die Frauen.
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