Jetzt sei erst einmal Katzenjammer angesagt, urteilte der Analyst Uwe Streich. Sein Kollege Holger Schleicher erklärte: "Der Geldstrom ist zwar noch da, droht aber zu schwinden. Anleger nehmen deshalb Gewinne mit."
Der DAX in Frankfurt rutschte am Donnerstag unter die 8.000-Punkte-Marke und verlor bis zu 2,6 Prozent auf 7.983 Zähler - am 22. Mai hatte der deutsche Leitindex noch auf einem Rekordhoch von 8.557,86 Zählern notiert. Der ATX in Wien hielt zu Mittag bei minus 1,6 Prozent. Der EuroStoxx50 gab zeitweise 2,5 Prozent nach.
In Asien ging es ebenfalls bergab: Der Nikkei-Index verlor 1,7 Prozent, der Shanghai-Composite 2,8 Prozent. Am Rohstoffmarkt rutschte der Preis für Kupfer um rund zwei Prozent auf 6.818 Dollar je Tonne ab und war damit so billig wie seit Anfang Mai nicht mehr. US-Öl der Sorte WTI kostete mit 96,53 Dollar je Fass 1,7 Prozent weniger.
Notenbank-Geldschwemme trieb Börsen nach oben
Über Monate hatte die Geldschwemme der Notenbanken weltweit die Börsen nach oben getrieben. Viele Anleger nutzten das billige Geld für Investments in Aktien. Bis Ende Mai waren DAX, Dow und Nikkei von einem Höchststand zum nächsten geeilt. Erst seit die Spekulationen auf eine Drosselung der milliardenschweren Anleihenkäufe eingesetzt haben, sind die Gewinne zusammengeschmolzen.
Die Fed kauft derzeit monatlich für 85 Milliarden Dollar Staats- und Immobilienpapiere. Auch die Bank of Japan schleust riesige Summen in das Finanzsystem - in der Hoffnung, dass die Banken mehr Kredite an die Wirtschaft vergeben und so die Investitionen ankurbeln.
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