Verbotene Waffenlieferungen ins Ausland, drei ungeklärte Todesfälle und Verwicklungen in höchste Staatskreise: Das sind die Zutaten, die die Liezener Noricum-Affäre zu einem der größten Politkrimis der Nachkriegszeit machen. Vor 40 Jahren flog der Jahrhundert-Skandal auf. Was wurde aus dem einstigen Noricum-Werk?
Gerüchte kursierten schon länger, doch erst Burkhart List und Otto Grüner, zwei Journalisten der Zeitschrift „Basta“, gelang der (Bild-)Beweis: Sie reisten nach Jugoslawien und fotografierten in einem Hafen Feldhaubitzen der Marke GHN-45, die ins Ausland verschifft werden sollten. Sie stammten aus der Noricum-Waffenschmiede im obersteirischen Liezen und waren für die kriegsführenden Staaten Irak und Iran bestimmt. Offiziell wurden zur Tarnung der illegalen Lieferungen Jordanien und Libyen als Empfängerländer angegeben, da dem neutralen Österreich Exporte in Kriegsgebiete streng untersagt waren.
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