Drei Unternehmer sollen vom Einfallsreichtum des Martin Pucher profitiert haben. Der Schaden beträgt 70 Millionen Euro. Das Mastermind bleibt dem Verfahren fern, seine ehemalige Stellvertreterin wahrt das Gesicht.
Stellvertretend für Ex-Commerzialbank-Boss Martin Pucher (68), der aus gesundheitlichen Gründen nicht verhandlungsfähig ist, muss seine ehemalige Vorstandskollegin Franziska Klikovits die Suppe im Landesgericht Eisenstadt auslöffeln. Ganz allein. Ob sie Schulden habe, will die Vorsitzende des Schöffensenats wissen. „Ja, 800 Millionen Euro.“ Die 59-Jährige schaute Puchers unlauterem Treiben mehr als ein Vierteljahrhundert zu. Mehr noch: Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Geld, das nie da war, verschoben werden konnte. Auch legte sie stets makellose Bilanzen vor. Das gibt die Burgenländerin auch zu.
Bargeld her, Bargeld retour
Neben Klikovits sitzen drei pensionierte Unternehmer auf der Anklagebank, die einen Schaden von 70 Millionen Euro verursacht haben sollen. Alle drei waren vor zig Jahren nahezu insolvent. Wissend, dass sie zahlungsunfähig sind, bewilligte Pucher-Kredite. Damit sie die Raten abstottern können, gab er ihnen Bargeld. Im Gegenzug stellten sie Scheinrechnungen für Einnahmen aus und zahlten das Bargeld brav retour. Puchers Steckenpferd, der SV Mattersburg, wurde auch mit ein paar dieser Millionen gesponsert.
Zehn Verhandlungstage sind anberaumt. Für alle der vier Angeklagten beträgt der Strafrahmen 1 bis 10 Jahre Haft.
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