"Diese Kinder sind sozusagen unsichtbar. Sie sind verschwunden in einem gesellschaftlichen Umfeld, das andere Prioritäten hat als die Kinder zu schützen", sagte die Chefin der humanitären Organisation "Netz für die Kinderrechte", Myrsine Zorba, anlässlich des Internationalen Tages gegen Kinderarbeit, der am Mittwoch begangen wird.
Tausende Kinder aus Balkanstaaten betteln auf den Straßen des Landes. Auch immer mehr einheimische Jugendliche versuchen Arbeit in Cafés und Tavernen zu finden, wie es heißt. In einer Klasse eines Gymnasiums auf der Halbinsel Peloponnes haben Presseberichten zufolge fast drei Viertel der Schüler Gelegenheitsjobs nach dem Unterricht.
Athen weiter schwer im Verzug
Unterdessen stellt die Regierung in Athen seine Geldgeber auf eine neue Geduldsprobe: Die mit der EU und dem IWF vereinbarten Privatisierungserlöse für 2013 sind nach dem geplatzten Verkauf des Gaskonzerns Depa kaum mehr zu erreichen. Weil die Regierung in Athen keinen Käufer für das staatliche Unternehmen fand, gibt es eine Einnahmenlücke von rund einer Milliarde Euro. Das Land versucht nun, seine Gläubiger zu einer Fristenstreckung zu überreden. Neue Sparanstrengungen schloss Ministerpräsident Antonis Samaras aus.
Im Gegenzug für milliardenschwere Rettungsgelder verlangen die Euro-Partner von Griechenland nicht nur schmerzhafte Einschnitte, sondern auch weitere Privatisierungen. Doch die Ziele der Regierung erwiesen sich von Anfang an als weit überzogen. In den vergangenen beiden Jahren nahm sie nur rund zwei Milliarden Euro ein. Das ist aber lediglich ein Bruchteil der im Rahmen des ersten Hilfspakets Mitte 2010 genannten Summe.
Euro-Gruppen-Chef: Weitere Erleichterungen möglich
"Es ist sehr schwer, die eine Milliarde Euro aufzubringen, die wir von Depa erwartet hatten", sagte ein Regierungsvertreter. Verhandlungsspielraum erhoffen sich die Griechen durch ihre Fortschritte bei der Haushaltssanierung. Hier sind sie auf gutem Weg, ihre Versprechen für 2013 zu erfüllen. Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hatte zuletzt signalisiert, dass dem Land bei verschärfter Rezession weitere Erleichterungen zugestanden werden könnten. Derzeit befinden sich Vertreter von EU und IWF in Athen, um die griechischen Reformpläne zu prüfen.
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