Neue "Eiszeit"?
Gesprächstermin zwischen Nord- und Südkorea geplatzt
Das international weitgehend isolierte Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten einen harten Konfrontationskurs gefahren. Die kommunistische Führung in Pjöngjang provozierte dabei die Weltgemeinschaft unter anderem mit Raketenstarts sowie einem Atomtest und drohte mit Atomangriffen auf Südkorea und die USA. In den vergangenen Tagen hatte Pjöngjang dann plötzlich wieder Signale der Entspannung ausgesendet.
Daraufhin hatten am Sonntag Gespräche auf Arbeitsebene im Grenzort Panmunjom begonnen, es war das erste derartige Treffen seit mehr als zwei Jahren. Nach 18 Stunden einigten sich die Vertreter beider Seiten dann auf den Rahmen der ranghohen Gespräche (siehe Infobox). Dabei hatte Seoul nach Angaben aus Verhandlungskreisen zunächst ein Treffen auf Ministerebene festschreiben wollen, was die Vertreter des kommunistischen Nordens jedoch ablehnten. Letztlich hieß die Kompromissformel "Gespräche auf Regierungsebene".
Bei den Gesprächen in Seoul sollte es nach Angaben der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA vor allem um die Zukunft des Industriegebietes Kaesong gehen. Pjöngjang hatte die in seinem Staatsgebiet liegende Sonderwirtschaftszone im April geschlossen und 53.000 nordkoreanische Arbeiter nach Hause geschickt (siehe Infobox). Weitere Themen der Gespräche in Seoul sollten laut KCNA die Wiedervereinigung von im Krieg getrennten Familien sowie die Wiederaufnahme von Reisen südkoreanischer Touristen ins Kumgang-Gebirge sein.
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