Da hat sich jemand aus der politischen Klasse der Republik als wesentlich härter, als konsequenter und kompromissloser erwiesen, als man ursprünglich vielleicht dachte: Beate Meinl-Reisinger, die Vorsitzende der Neos, hat doch glatt die Verhandlungen zur Bildung einer sogenannten Zuckerl-Koalition platzen lassen. Wegen angeblicher Reform-Verweigerung der beiden anderen Verhandlungspartner.
EINERSEITS muss man ihrer Argumentation zustimmen, dass nämlich nur wirkliche Reformen zur Sanierung der Republik eine solche Dreierkoalition mit zwei Verlierer-Parteien legitimieren könnten.
ANDERERSEITS stellt sich nun insbesondere für denjenigen die Frage, wie es weitergeht, der vom Bundespräsidenten den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten hat, nämlich für Bundeskanzler Karl Nehammer. Soll er doch noch weiterverhandeln mit der SPÖ, um eine äußerst schwache, riskante Koalition zu bilden?
Schafft er es doch noch, dem Wählerwillen zu entsprechen und eine Mitte-rechts-Koalition unter FPÖ-Chef Herbert Kickl zu bilden?
Oder wird der Bundespräsident nun eine Expertenregierung einsetzen, die eigentlich nur sehr schnell Neuwahlen anberaumen könnte?
All diese Varianten dürften letztlich den Freiheitlichen zugutekommen. Herbert Kickls Aussage, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei, scheint sich zu bewahrheiten.
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