Aufsichtsratschef

Hypo Alpe Adria: Johannes Ditz zurückgetreten

Wirtschaft
03.06.2013 13:16
Johannes Ditz (61) ist als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hypo Alpe Adria Bank - wie bereits von der "Krone" angekündigt - zurückgetreten. Er habe am Montag "die Gesellschaft darüber informiert, dass er mit sofortiger Wirkung sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrates sowie sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrates zurücklegt", teilte die Bank mit.

Ein sichtlich verärgerter Ditz hatte schon zuvor kritisiert, dass er es für unverantwortlich halte, dass mit Brüssel über das weitere Schicksal der Bank verhandelt wird, ohne den Vorstand und den Aufsichtsrat dabei einzubinden. Er vertrat in den internen Verhandlungen auch eine härtere Linie gegenüber der EU, durch das einseitige Nachgeben sei der Preis für die Steuerzahler zu hoch. 

Er könne sich mit "einem Teil der Aussagen, Fakten und Zahlen, die als Verhandlungsbasis nach Brüssel übermittelt wurden, strategisch und inhaltlich nicht identifizieren". Das mache aber aus seiner Sicht den Rücktritt unumgänglich, so der frühere ÖVP-Wirtschaftsminister am Montag.

Österreich-Teil der Bank zum Schnäppchenpreis verscherbelt
Die EU hatte bekanntlich auf einen raschen Verkauf oder auf eine Schließung der Hypo Alpe Adria gedrängt. Jetzt konnte der Österreich-Teil der Bank zum Schnäppchenpreis an eine indische Gruppe verscherbelt werden, für den Verkauf der Südosteuropa-Aktivitäten bekommt Österreich mehr Zeit. Sicher bis 2014, vielleicht sogar bis 2015.

Ex-Wirtschaftsminister Ditz hatte als Hypo-Aufsichtsratschef dafür plädiert, zu den vom Staat schon überwiesenen 700 Millionen Euro keine weiteren Subventionen fließen zu lassen, sondern sofort eine "Bad Bank" zu gründen, also eine Bank-Tochter, in der alle faulen Kredite "zwischengelagert" werden. Er sprach sich auch gegen ein zeitliches Limit für den Verkauf der Südosteuropa-Aktivitäten aus. Dies bringe Österreich unnötig in eine schlechte Verhandlungsposition, man solle dann verkaufen, wenn die Umstände wieder günstiger sind.

Da jedoch Vorstand und Aufsichtsrat der Hypo Alpe Adria nicht in die Verhandlungen mit der EU einbezogen wurden, scheint sich Ditz auch Sorgen um die Bilanz 2013 der Bank zu machen.

Vertrauensverhältnis mit der Regierung nicht mehr gegeben
Der Ex-Minister hat dreieinhalb Jahre in seiner Funktion bei der Hypo Alpe Adria darum gekämpft, den Schaden für die Steuerzahler so gering wie möglich zu halten, jetzt aber scheint das Vertrauensverhältnis mit der Regierung nicht mehr gegeben zu sein.

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