Tausende Aktivisten

Zusammenstöße bei “Blockupy”-Demo in Frankfurt

Wirtschaft
01.06.2013 20:46
In Frankfurt am Main sind am Samstag erneut Tausende Demonstranten der Protestbewegung "Blockupy" aus Protest gegen die Sparpolitik der europäischen Regierungen und die Macht der Banken auf die Straße gegangen. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Aktivisten und der Polizei. Augenzeugen zufolge setzte die Exekutive dabei Schlagstöcke und Pfefferspray ein, die Demonstranten wiederum warfen Feuerwerkskörper und Farbbeutel in Richtung der Einsatzkräfte.

An der Großdemo nahmen laut Polizei insgesamt rund 7.000 Menschen teil, die Veranstalter sprachen hingegen von über 20.000.

Kurz vor dem Sitz der Europäische Zentralbank (EZB) stoppte die Polizei den Zug und trennte mit einem Großaufgebot einen Block von den anderen Demonstranten ab. Dabei setzten Beamte auch Pfefferspray ein. Ein Polizeisprecher begründete den Einsatz damit, dass einige Demonstranten vermummt gewesen oder "Passivbewaffnung" wie Schilde bei sich getragen hätten. Auch Feuerwerkskörper seien abgefeuert worden. Nach stundenlangem Stillstand begannen Beamte am späten Samstagnachmittag damit, diese Aktivisten einzeln abzuführen. Erst würden ihre Personalien aufgenommen, danach werde ihnen ein Platzverweis erteilt, sagte ein Polizeisprecher.

Schwere Vorwürfe gegen die Polizei
Die "Blockupy"-Organisatoren erhoben schwere Vorwürfe gegen die Polizei. "Die Strategie der Polizei ist offensichtlich: Sie will eskalieren", erklärte Sprecher Roland Süß. Die Polizeiführung in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden habe jede Kooperation abgelehnt, kritisierte er. "Alles deutet darauf hin, dass diese Eskalation von der Polizeiführung von langer Hand vorbereitet und der Kessel an dieser Stelle von vornherein geplant worden ist", zeigte sich auch "Blockupy"-Sprecherin Ani Dießelmann überzeugt.

Bereits am Freitag hatten Tausende Aktivisten in Frankfurt protestiert. Sie versuchten unter anderem die EZB im Bankenviertel zu blockieren. Die Polizei sicherte die weiträumig abgesperrte Notenbank mit einem Großaufgebot. Vor einem Jahr hatten die ersten "Blockupy"-Proteste für einen tagelangen Ausnahmezustand in Frankfurt gesorgt. Bis auf eine Großdemo waren im Mai 2012 aus Sorge vor Ausschreitungen alle Aktionen verboten worden. Das öffentliche Leben in der Innenstadt war deshalb tagelang in weiten Teilen lahmgelegt. Am Ende blieb es aber weitgehend friedlich.

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