An der Großdemo nahmen laut Polizei insgesamt rund 7.000 Menschen teil, die Veranstalter sprachen hingegen von über 20.000.
Kurz vor dem Sitz der Europäische Zentralbank (EZB) stoppte die Polizei den Zug und trennte mit einem Großaufgebot einen Block von den anderen Demonstranten ab. Dabei setzten Beamte auch Pfefferspray ein. Ein Polizeisprecher begründete den Einsatz damit, dass einige Demonstranten vermummt gewesen oder "Passivbewaffnung" wie Schilde bei sich getragen hätten. Auch Feuerwerkskörper seien abgefeuert worden. Nach stundenlangem Stillstand begannen Beamte am späten Samstagnachmittag damit, diese Aktivisten einzeln abzuführen. Erst würden ihre Personalien aufgenommen, danach werde ihnen ein Platzverweis erteilt, sagte ein Polizeisprecher.
Schwere Vorwürfe gegen die Polizei
Die "Blockupy"-Organisatoren erhoben schwere Vorwürfe gegen die Polizei. "Die Strategie der Polizei ist offensichtlich: Sie will eskalieren", erklärte Sprecher Roland Süß. Die Polizeiführung in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden habe jede Kooperation abgelehnt, kritisierte er. "Alles deutet darauf hin, dass diese Eskalation von der Polizeiführung von langer Hand vorbereitet und der Kessel an dieser Stelle von vornherein geplant worden ist", zeigte sich auch "Blockupy"-Sprecherin Ani Dießelmann überzeugt.
Bereits am Freitag hatten Tausende Aktivisten in Frankfurt protestiert. Sie versuchten unter anderem die EZB im Bankenviertel zu blockieren. Die Polizei sicherte die weiträumig abgesperrte Notenbank mit einem Großaufgebot. Vor einem Jahr hatten die ersten "Blockupy"-Proteste für einen tagelangen Ausnahmezustand in Frankfurt gesorgt. Bis auf eine Großdemo waren im Mai 2012 aus Sorge vor Ausschreitungen alle Aktionen verboten worden. Das öffentliche Leben in der Innenstadt war deshalb tagelang in weiten Teilen lahmgelegt. Am Ende blieb es aber weitgehend friedlich.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.