"Sensenmann" in Haft

Bomben-Massaker an Schule in Oregon vereitelt

Ausland
29.05.2013 12:07
Wegen versuchten Mordes ist ein 17-jähriger Bursche (Bild), der einen Amoklauf an seiner Schule geplant hatte, im US-Bundesstaat Oregon angeklagt worden. Die Polizei fand nach dem Hinweis eines Mitschülers ein wahres Waffenarsenal im Zimmer des Jugendlichen: Rohrbomben, Molotowcocktails und weitere Sprengsätze. Außerdem konnten detaillierte Pläne seines blutigen Vorhabens sichergestellt werden. Der Teenager bezeichnete sich in diesen als "russischer Sensenmann", der ein ähnliches Massaker wie an der Columbine High School anrichten wollte.

Eric David Harris und Dylan Bennet Klebold hatten im April des Jahres 1999 in der Columbine High School in der Kleinstadt Littleton im US-Bundesstaat Colorado zwölf Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren und einen Lehrer ermordet. Außerdem verwundeten sie 24 weitere Menschen und töteten sich anschließend selbst.

Bluttat war minutiös geplant
Bei einer Anhörung am Dienstag, zu welcher der Verdächtige Grant Acord per Video zugeschaltet war, wurde aus seinen minutiös durchgeplanten Tagebucheinträgen vorgelesen. Diesen zufolge wollte der 17-Jährige am Tag X um 7.30 Uhr auf dem Parkplatz seiner Schule eintreffen und bis zehn Uhr dort in seinem Auto die letzten Vorbereitungen treffen. Danach sollten mehrere Eingänge des Schulgebäudes mittels Brandbomben unpassierbar gemacht werden, bevor der blutige Höhepunkt seines Amoklaufs stattgefunden hätte: "Jetzt mit dem Schießen beginnen", steht an dieser Stelle. Der letzte Eintrag lautet: "Mich selbst töten, bevor mich die Polizei ergreift."

Über den genauen Zeitpunkt des geplanten Amoklaufs schweigen die Ermittler bisher. Es wird aber betont, dass Acord, der sich in Anlehnung an den Actionfilm "Bad Boys 2" als "russischer Sensenmann" bezeichnet, noch einige Zeit für die Planung benötigt hätte - denn er war noch nicht im Besitz jener Schusswaffe, die in seinen Unterlagen genannt wird. Außerdem wollte der 17-Jährige laut Polizei noch weitere Bomben bauen.

Seltene schwere psychische Störung
Die Mutter des Teenagers sagte, ihr Sohn leide an einer seltenen schweren Form der Zwangsstörung. "Mein Sohn tut mir sehr leid, aber ich verstehe auch die Strafverfolgungsbehörden, die unsere Gemeinschaft beschützen möchte", erklärte die Frau gegenüber dem US-Sender CNN. 

Dessen ungeachtet setzte das Gericht eine Kaution von zwei Millionen Dollar fest. Außerdem wird Acord als Erwachsener angehört, was zu einer höheren Strafe führen könnte.

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