Beim ORF ist Feuer auf dem Dach. Anlass der aktuellen Panik: Aus Kreisen der Regierungsverhandler ist zu hören, dass dem Sender das gebührenfinanzierte Budget gekürzt werden soll.
Die deshalb ausgebrochene Aufregung im Rundfunk verhält sich indirekt proportional zu der erwartbaren Reaktion bei einem Großteil der Österreicher. Anders ausgedrückt: Mit der Verordnung eines straffen Diätplans für den ORF wird die neue Regierung keine Demonstrationen auf den Straßen provozieren.
Der Sender hat, und das ist außerordentlich bedauernswert, in den vergangenen Jahren an Sympathien und Vertrauen eingebüßt.
Persönliche Kränkung als Motiv?
Wenn man nun auf rührselige Art damit daherkommt, dass der ORF mit niedrigeren Subventionen gegen Google, Facebook & Co. chancenlos sei, machen es sich ein paar Leute gar einfach. Nie waren die Zeiten besser für kritische Berichterstattung. Sind das Programm und dessen Macher und Macherinnen gut informiert, unabhängig und nicht überheblich, dann ließe sich im ORF schon für viel weniger Geld viel mehr Aufklärung schaffen.
Dass bei den Regierungsverhandlungen die ÖVP hinter dem Sparprogramm für den ORF steckt, soll an persönlichen Kränkungen liegen: Die Kanzlerpartei fühlt sich dem Vernehmen nach nicht gut behandelt von dem Sender. Das wäre ein Beleg für die üblichen falschen Erwartungen der Politik an den ORF. Aber sollte deshalb gespart werden, wäre auch bewiesen, dass man aus falschen Motiven das Richtige tun kann.
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