„Krone“-Kommentar

Warum bei Pensionen oft der Schein trügt

Kolumnen
27.06.2026 06:00

Ja, lesen Sie richtig: Die durchschnittliche Alterspension ist zwischen 2009 und 2025 von 1256 Euro auf scheinbar stattliche 2120 Euro „geklettert“. Die Neupensionen sogar auf 2471 Euro. Auf den ersten Blick ein Grund zum Jubeln – oder etwa nicht?

Wenn wir einmal genauer hinschauen: Die hohen Steigerungen der letzten Jahre waren nichts anderes als der Versuch, die galoppierende Inflation ansatzweise einzufangen. Wer 2,7 oder 3,3 Prozent Pensionserhöhung erhält, während die Preise für Miete, Strom und Schnitzel stärker stiegen, hat am Ende nicht mehr in der Tasche. Im Gegenteil: Die Kaufkraft stagnierte bestenfalls, oder sie ist „real“ sogar gefallen.

Heuer war die Pensionserhöhung in Österreich gestaffelt. Gesamtpensionen bis 2500 Euro brutto wurden zu Jahresbeginn zwar um 2,7 Prozent entsprechend der durchschnittlichen Inflation angehoben, für Beträge darüber gab es aber nur einen monatlichen Fixbetrag von 67,50 Euro brutto. Dadurch hatten alle etwas höheren Pensionen keinen vollen Teuerungsausgleich – als Beitrag zur Budgetsanierung.

Eine Staffelung hat die Regierung auch für 2027 fixiert: Bis 1308 Euro brutto gibt es eine volle Inflationsanpassung um 3,3 Prozent. Zwischen 1309 und 6930 Euro brutto wird die Erhöhung 2,95 Prozent betragen und über 6930 Euro brutto gibt es einen monatlichen Fixbetrag von 204,44 Euro. Die Folge: Auch wenn die Pensionen bei einem Blick auf die Absolutbeträge steigen – oft trügt der Schein. Denn bei vielen Menschen sinkt die Kaufkraft in Wahrheit weiter.

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