Im Kampf gegen Steuerflucht sind Konzerne, vor allem aus den USA, ins Visier der europäischen Politik geraten. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten erst auf ihrem Gipfel am Mittwoch angekündigt, bisher legale Steuerschlupflöcher schließen zu wollen. Mit der länderspezifischen Berichtspflicht würde in einem ersten Schritt mehr Transparenz über die Steuerzahlungen der Unternehmen geschaffen. Zuletzt wurden unter anderem Apple, Amazon, Google und Starbucks wegen geringer Steuerzahlungen kritisiert.
Große Umsätze, wenig Steuerleistung
So setzte Google in Großbritannien von 2006 bis 2011 etwa 14 Milliarden Euro um, zahlte aber nur 12,4 Millionen Euro Steuern. Google gibt an, alle Geschäfte mit britischen Kunden von der irischen Hauptstadt Dublin aus zu tätigen. Auf der Homepage des Unternehmens werden aber Vertriebsteams in der britischen Hauptstadt aufgeführt, zudem werden für den Standort London per Stellenanzeige auch Anzeigenverkäufer gesucht.
Amazon zahlte in den vergangenen sechs Jahren im Königreich trotz eines Umsatzes von 17,9 Milliarden Euro nur rund sieben Millionen Euro Steuern. Als Grund hatte der Amazon-Spitzenmanager Andrew Cecil bei einer Anhörung im November angeführt, dass das britische Geschäft nicht eigenständig sei und die wichtigen Entscheidungen am Firmensitz in Luxemburg gefällt würden. Dies sei der Grund, weshalb Amazon vor allem dort Steuern zahle. In Luxemburg gelten deutlich niedrigere Steuersätze.
Einzelhändler zahlen deutlich mehr Steuern
Aus Amazon-Mitteilungen, Stellenausschreibungen sowie Schilderungen ehemaliger Amazon-Mitarbeiter und Zulieferer geht allerdings hervor, dass die britische Sparte Amazon.co.uk Ltd. alles andere als eine virtuelle Zweigstelle des globalen Konzerns ist und über recht ähnliche Strukturen wie gewöhnliche Einzelhändler verfügt - nur mit dem Unterschied, dass diese deutlich mehr Steuern zahlen.
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