Beizeiten vorsorgen!

Die richtige Risiko-Absicherung für Ihre Familie

Wirtschaft
01.06.2013 19:10
Für Familien sollte das Thema Absicherung besonderen Stellenwert haben: Meist baut die finanzielle Situation auf zwei Erwerbstätigen auf. Wenn einer davon – gleich aus welchem Grund – ausfällt, wird dies neben dem persönlichen Leid zu einer ernsthaften Bedrohung für die wirtschaftliche Existenz. Mit der richtigen Vorsorge kann das finanzielle Risiko aber gut entschärft werden.

Ursachen für eine finanzielle Verschlechterung, mit denen man sich auseinandersetzen sollte, sind ein Unfall mit bleibenden körperlichen Beeinträchtigungen, eine schwere Erkrankung mit Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit, ein Todesfall oder längere Arbeitslosigkeit.

Risikofeld Unfall
Existenzgefährdend sind jene Unfälle, die eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung nach sich ziehen. Der Betroffene ist zunächst aufgrund der unmittelbaren Verletzungen außerstande, seiner Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dabei sind die finanziellen Einbußen vor allem bei Selbständigen sofort spürbar. Für Angestellte werden diese erst nach einigen Wochen deutlich, wenn die Entgeltfortzahlung des Dienstgebers wegfällt und nur mehr die Leistung von der Gebietskrankenkasse kommt, die aber nach ein paar Monaten nur mehr etwa 60 Prozent des Einkommens entspricht. 

Kommt es zur Invalidität, wird eine Invaliditätsrente festgesetzt, sofern man die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. Diese Rente wird unter Bezugnahme auf Antrittsalter, Versicherungszeiten und Bemessungsgrundlage (also Einkommen im Durchrechnungszeitraum) berechnet und dann ausgezahlt, wenn ein Mindestmaß an Versicherungszeiten je nach Alter erreicht wurde sowie eine Erwerbsunfähigkeit medizinisch bestätigt ist. Je jünger man ist, desto niedriger ist die Rente, sofern man überhaupt schon die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. In jedem Fall sind deutliche Lücken im monatlichen Einkommen vorhanden.

Diese Lücken können Sie durch eine private Unfallvorsorge relativ kostengünstig absichern. Die Leistungen aus einer privaten Unfallpolizze sind meist unbürokratischer und schneller verfügbar als von gesetzlicher Seite. Auch können Sie die Höhe je nach gewünschter monatlicher Belastung selbst zusammenstellen. Maßgeblich sollte die Einkommenslücke im Fall des Falles sein, es sollten also zumindest 40 Prozent Ihres Nettoeinkommens zur Verfügung stehen. Auch leisten Unfallversicherungen Einmalzahlungen, um Umbauten, Rehabilitationsmaßnahmen und vieles mehr zu finanzieren. Sinnvoll sind Familienunfallpolizzen, da ein Unfall jedes Familienmitglieds eine finanzielle Mehrbelastung darstellt. Die Versicherungsprämien sind steuerlich als Sonderausgaben absetzbar. 

Risikofeld schwere Erkrankung
Tritt der Fall der Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit aufgrund einer schweren Erkrankung, wie etwa Krebs, ein, sieht die Leistung von gesetzlicher Seite her zunächst sehr ähnlich aus, wie im Risikofeld Unfall beschrieben. Auch hier kommt es nach frühestens einem Jahr zur Festsetzung einer Invaliditätsrente, wenn die Berufsunfähigkeit für mindestens sechs Monate bestehen wird. Sie können sich privat absichern, indem Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, die eine monatliche Rente leistet. Diese sollte wiederum auf etwa 40 Prozent des Nettoeinkommens abstellen. Es gibt am Markt Modelle, die mit einer Ansparleistung verbunden sind, somit ist die bezahlte Prämie nicht vergebens. Auch Berufsunfähigkeitsversicherungen können Sie von der Steuer absetzen. 

Risikofeld Ableben
Dieses Feld ist mit Sicherheit das tragischste. Neben dem menschlichen Verlust in der Familie ist auch die finanzielle Belastung für die Hinterbliebenen sehr groß. Bei Ehepaaren kommt es in der Regel zur Auszahlung einer Witwer/n- bzw. Waisenpension, wenn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Diese beträgt zwischen null und maximal 60 Prozent des Einkommens des Verstorbenen und wird anhand einer Relation des Einkommens des Hinterbliebenen zum Einkommen des Verstorbenen berechnet. 

Besondere Gefahr besteht bei reinen Lebensgemeinschaften, da hier keine Absicherung vorgesehen ist. Eine einfache Ablebensversicherung kostet einige wenige Euro im Monat und kann die gesamte Kreditsumme abdecken. Damit gehört das finanzierte Objekt im Ablebensfall den Hinterbliebenen, da die Finanzierung ausgezahlt wird. Es ist jedoch sinnvoll, eine größere Summe abzusichern, damit zusätzlich Bargeld als Reserve für die Familie da ist. Denn das laufende Einkommen des Partners fehlt in jedem Fall. 

Risikofeld Arbeitslosigkeit
Auch für den Fall der Arbeitslosigkeit gibt es private Versicherungen, doch diese sollten Sie sehr genau prüfen, da die Anspruchsvoraussetzungen meist so streng sind, dass sie kaum zur Auszahlung kommen. Besser ist es, für diesen Fall immer eine Reserve von drei bis vier Nettomonatseinkommen zur Seite zu legen, damit die vorübergehenden Einkommenseinbußen sicher abgefangen werden können. Die Höhe Ihres möglichen AMS-Bezuges können Sie sich auf der Homepage des AMS (siehe Infobox) selbst berechnen und damit Ihre Einkommenslücke feststellen.

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