Das ist bitter für die SPÖ. Da dient sie sich in der Steiermark den Freiheitlichen artig als Partnerin an, die Blauen ignorieren das etwas aufdringliche Liebeswerben und erteilen den Sozialdemokraten nach kurzer Bedenkzeit eine glatte Abfuhr.
Für die ehemalige Arbeiterpartei könnte der steirische Korb eine der politisch folgenreichsten Demütigungen gewesen sein. Hier nur die drei offensichtlichsten Erkenntnisse des neuesten roten Desasters:
1. Die SPÖ hat sich in Graz bereitwillig vorführen lassen und gezeigt, dass es mit ihren Prinzipien bei der Partnerwahl nicht sonderlich weit her ist, wenn es um die mögliche Beteiligung an der Macht geht.
2. Die SPÖ kann damit von nun an der ÖVP allfällige weitere Koalitionen mit den von ihr angeblich so verteufelten Freiheitlichen nicht mehr zum Vorwurf machen. Auch wenn der steirische FPÖ-Chef Mario Kunasek ein freundlicher auftretender und angenehmerer Mensch als Herbert Kickl ist, so sind sie doch aus einem Holz geschnitzt.
3. Die Autorität von SPÖ-Chef Andreas Babler ist einmal mehr beschädigt worden. Die Genossen in der Steiermark haben Babler öffentlich und ziemlich unverblümt wissen lassen, was sie von seinen Überlegungen bei der politischen Partnerwahl und auch bei anderen Themen halten.
Nach dieser Schwächung wirkt die unter der Patronanz von Bundespräsident Van der Bellen geplante Wiener Allianz gegen Kickl mit Karl Nehammer, Babler und Meinl-Reisinger schon jetzt auf verlorenem Posten.
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