Die Verhandlungen zur möglichen Dreierkoalition nehmen Fahrt auf. Im Bereich Medien setzt sich Ex-ORF-General Alexander Wrabetz auf einem SPÖ-Ticket in Szene. Er soll sich offensiv für den Ministerposten in Stellung bringen. Das sorgt in seiner Partei nicht nur für Begeisterung.
Die Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP, SPÖ und Neos erleben gerade in der Steiermark einen Dämpfer, sind aber längst angelaufen. Eine brisante Konstellation gibt es bei den Medien. Hier sorgt Ex-ORF-Boss Alexander Wrabetz für Aufmerksamkeit. Der SPÖ-Verhandler wird immer öfter als künftiger Minister gehandelt. Immerhin geht es dabei unter anderem um ORF-Haushaltsabgabe und Medienförderung.
Auch die anderen Parteien schickten ihre Vertreter ins Rennen: Die Pinken etwa Ex-„Kurier“-Herausgeber Helmut Brandstätter und den Publizisten Niko Alm. Die Türkisen Medienministerin Susanne Raab – die SPÖ neben Wrabetz auch Heinz Lederer, Chef der SPÖ-Freundesgruppe im ORF-Stiftungsrat. Auch ihm werden Minister-Ambitionen attestiert.
Wiens Bürgermeister als wichtiger Unterstützer
Wrabetz wird vor allem vom Wiener Bürgermeister, Michael Ludwig, forciert. Der einst mächtige Medienmanager spielt damit eine zentrale Rolle in den Verhandlungen. SP-Chef Andi Babler soll Vorbehalte haben. Sein Kritikpunkt: Wrabetz stehe ausschließlich für TV-Agenden.
ÖVP will sich nicht mehr die Finger verbrennen
Die ÖVP drängt bei Medien nicht nach vorne. Man könne hier nichts gewinnen und wolle sich bei dem Thema – siehe Debatten um ORF-Finanzierung – nicht mehr die Finger verbrennen, heißt es. Man lasse Neos und SPÖ gerne den Vortritt. Wrabetz selbst äußerte sich letzten Samstag bei der Hauptversammlung des Fußballklubs Rapid Wien, dem er als Präsident vorsteht, recht defensiv zu „Transfergerüchten“.
Man habe ihn gebeten mitzuverhandeln. Punkto Wechsel ins Ministerium, das neben Medien übrigens wohl auch Kunst und Kultur beinhalten dürfte, meinte Wrabetz: „Ich habe diesbezüglich bis jetzt noch niemanden angesprochen, und ich wurde auch nicht angesprochen.“
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