Ende April gab es 273.121 vorgemerkte Arbeitslose. Das sind um 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Schulungsteilnehmer beim AMS stieg mit 14,3 Prozent bzw. 79.999 Personen noch wesentlich stärker. Trotz der im EU-Vergleich niedrigsten Arbeitslosenquote in Österreich könne sich die österreichische Wirtschaft und damit auch der Arbeitsmarkt nicht vollkommen von der anhaltenden internationalen Wirtschaftsflaute abkoppeln, begründete des Ministerium die anhaltend schlechten Zahlen.
Sorgenkinder Bau-, Fahrzeug- und Maschinenbausektor
Nach Branchen betrachtet haben sich im April Fahrzeug- und Maschinenbau sowie der Bausektor schwach entwickelt. Geringe Zulassungszahlen bei Fahrzeugen und die Zurückhaltung in der Industrie bei Neuinvestitionen brachten den exportorientierten Metallbereich in Absatzschwierigkeiten. Auch der Bausektor zeigte nach dem langen Winter keine nachhaltige Erholung, der Neubau blieb laut Sozialministerium hinter dem erhöhten Bedarf zurück.
Das zeige sich in einer um 14,5 Prozent gestiegenen Arbeitslosigkeit am Bau sowie beim Anstieg um 6,0 Prozent bei den Leiharbeitern. Da Metall und Bau männerdominierte Arbeitsbereiche sind, stieg die Arbeitslosigkeit bei Männern besonders stark.
Ältere stärker betroffen als Junge
Nach Altersgruppen gegliedert waren die älteren Arbeitnehmer im April besonders betroffen. In der Gruppe 50+ stieg die Arbeitslosigkeit mit 12,7 Prozent überdurchschnittlich. Die Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) verzeichneten mit 5,1 Prozent hingegen einen geringeren Zuwachs. Erst am Dienstag hatte Sozialminister Rudolf Hundstorfer eine Jobgarantie für ältere Langzeitarbeitslose gefordert (siehe Infobox).
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