Auch wenn Novomatic, der Hälfteeigentümer der neuen Handelskette dayli, bis zur Klärung der Rechtsfrage auf eine Sonntagsöffnung verzichten will (siehe Infobox): Der Kampf um den Sonntag ist wieder einmal voll ausgebrochen.
Denn die Auseinandersetzung wird nicht zum ersten Mal geführt. Bereits das Baumeister-Unikum Richard Lugner, Gründer eines nach ihm benannten Shoppingcenters, hat mehrere Anläufe für eine Sonntagsöffnung mit leistungsgerechter Extrabezahlung unternommen. Doch auch Lugner ist am Widerstand der Gewerkschaften gescheitert.
Im Falle der Handelskette dayli haben die Gewerkschafter nun erneut alle Kräfte aufgeboten, um eine Sonntagsöffnung zu verhindern. Das Argument der dayli-Firmeneigentümer, man hätte bei einer Sieben-Tage-Woche rund 800 Mitarbeiter einstellen können, hat die Gewerkschaft nicht zum Einlenken bewegen können.
Kampf den Schlupflöchern
Auf die Gewerkschaftslinie eingeschwenkt ist auch Wirtschaftsminister Mitterlehner. Er hat angekündigt, dass er die Schlupflöcher bei der Sonntagsöffnung schließen wolle. Außer dieser Verschärfung beim freien Sonntag erklärte Mitterlehner, dass es "keinen politischen Grund gibt, die bestehende Rechtsordnung zu ändern". Mitterlehner meinte, kleine und mittlere Betriebe würden durch eine Liberalisierung von großen Unternehmen unter Druck gesetzt.
Allerdings gibt es in Europa bereits Beispiele, wie die Sonntagsöffnung funktionieren kann. Etwa, wenn diese Liberalisierung nur Familienbetrieben unter besonderen Auflagen gestattet ist.
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