ÖVP-Urgestein Karlheinz Kopf wird per 2025 neuer Präsident. Der 67-jährige Altacher rückt damit vom WKÖ-Generalsekretärssessel in den Kammerchef-Sessel im Ländle. Wilfried Hopfner tritt in den Ruhestand.
Von wegen Ruhestand! Zwar will Kopf sein Amt als Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich mit Jahresende abgeben und auch zur Nationalratswahl war der ehemalige Abgeordnete nicht mehr angetreten. Doch schon wenige Wochen nach seinem Abscheiden aus dem Parlament wurde gestern bekannt, dass der umtriebige Altacher neue Aufgaben übernimmt: Er wird dem Vorarlberger Wirtschaftskammerpräsident Wilfried Hopfner im Amt nachfolgen, der die Führung der Kammer vor zweieinhalb Jahren in schwierigen Zeiten übernommen hatte.
„Angebot nicht erwartet, aber gerne angenommen“
Der Vorarlberger WK-Präsident wird vom Wirtschaftsbund Vorarlberg als stärkste Fraktion entsendet. Kopf wurde bereits vom Vorstand des Wirtschaftsbundes einstimmig nominiert, mit 1. Jänner 2025 das Amt des Präsidenten zu übernehmen. Beim Pressegespräch am Dienstag in Feldkirch sagte Karlheinz Kopf, dass er das Angebot des Wirtschaftsbundes Vorarlberg nicht erwartet, aber gerne angenommen habe. So könne er seine interessenpolitische Erfahrung „in wirtschaftlich überaus herausfordernden Zeiten“ für die Wirtschaft seines Heimatbundeslandes einbringen.
Ich möchte meine Erfahrungen in herausfordernden Zeiten in meinem Heimatbundesland einbringen
Karlheinz Kopf
Als besondere Herausforderungen, die teilweise auch regional angegangen werden könnten, nannte er unter anderem überbordende Bürokratie und steigende Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräftemangel sowie die steigenden Arbeits- und Energiekosten. Marco Tittler, Obmann des ÖVP Wirtschaftsbunds, sieht in Kopf „die ideale Persönlichkeit“, um die Wirtschaftskammer Vorarlberg in die Wahl zu führen. Kopf „kennt die Wirtschaftskammer-Organisation aus unterschiedlichsten Perspektiven: Er war Nationalratsabgeordneter, ÖVP-Klubobmann, Zweiter Nationalratspräsident, Wirtschaftsbund-Generalsekretär und zuletzt Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich.“
„Wollte nicht für ganze Periode antreten“
WKÖ-Chef Harald Mahrer gratulierte Karlheinz Kopf in einer Aussendung zu dessen Nominierung und lobte dessen „verbindliche Art“. „Langjährige Erfahrung, inhaltliche Expertise, strategischer Weitblick und einen klaren Blick darauf, wo bei den Betrieben der Schuh drückt“ seien Qualitäten, die es jetzt dringend brauche. Der scheidende Präsident Wilfried Hopfner, wie Karlheinz Kopf bereits 67 Jahre alt, erklärte, er habe sich nach reiflicher Überlegung entschieden, zur Wirtschaftskammerwahl im März 2025 nicht anzutreten, weil er nicht mehr die ganze fünfjährige Periode zur Verfügung stehen wolle.
Hopfner, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Landesbank Vorarlberg und 2020 Vizepräsident der Wirtschaftskammer, hatte das Amt im April 2022 vorerst für den Rest der Periode übernommen, nachdem Wirtschaftskammer-Präsident und Wirtschaftsbund-Obmann Hans Peter Metzler in Folge der Affäre rund um Inseratengeschäfte und eine Steuerprüfung des Vorarlberger Wirtschaftsbundes zurückgetreten war.
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