Krankentage steigen

Immer mehr EU-Beamte fliehen in Frühpension

Ausland
21.04.2013 19:08
Während sich europaweit immer weniger Bürger Krankenstandstage nehmen oder in Frühpension gehen, passiert in der Brüsseler Verwaltung genau das Gegenteil: Die Zahl der Krankentage steigt. Und gleich um 20 Prozent mehr EU-Beamte - nämlich genau 582 Bedienstete - sind in die Frühpension entwischt.

Seit 2008 kränkelt nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Heer der EU-Beamten. Denn im selben Zeitraum erhöhte sich die Dauer ihrer Krankheitstage pro Jahr von durchschnittlich 12,7 auf 14 Tage - ein Plus von zehn Prozent.

Zudem ist in den vergangenen drei Jahren auch die Zahl der Frühpensionisten explodiert: Genau 563 EU-Beamte im Alter zwischen 55 und 60 Jahren verabschiedeten sich in die Frührente. Wobei weitere 19 Frühpensionisten gleich im zarten Alter von 50 bis 54 Jahren in den Ruhestand gingen. Und der Anstieg der Dienstunfähigkeit führte zur 40-prozentigen Kostensteigerung: Das Invalidengeld wuchs auf 35,6 Millionen Euro. 

"Die meisten EU-Beamten leben in einer Traumwelt voller beneidenswerter Privilegien und Absicherung. Ihre Arbeitsbelastung steht in umgekehrtem Verhältnis zu ihren Krankenständen", so EU-Aufdecker Hans-Peter Martin. Zudem würden "die Beamten-Kinder in Eliteschulen fast zum Nulltarif gehen, und niemand muss sich Sorgen um die Altersversorgung machen".

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