Hohe Beteiligung

Keine Gewaltwelle bei erster Wahl seit US-Abzug im Irak

Ausland
21.04.2013 14:15
Bei der ersten Wahl seit dem Abzug der US-Truppen aus dem Irak ist das Land von der befürchteten Gewalteskalation verschont geblieben. Zwar wurden nach offiziellen Angaben am Samstag drei Menschen getötet, doch waren das weit weniger als in den Tagen zuvor. Trotz der angespannten Sicherheitslage beteiligten sich nach Angaben der Wahlkommission von Sonntag 51 Prozent der stimmberechtigten Iraker an der Abstimmung.

Die Wahl zu den Regionalparlamenten galt ein Jahr vor der nächsten Parlamentswahl als wichtiger Stimmungstest für den schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki. Allerdings war die Glaubwürdigkeit der Wahl erschüttert, nachdem 14 Kandidaten im Wahlkampf Anschlägen zum Opfer gefallen waren. Zudem nahmen rund ein Drittel der Provinzen, überwiegend in sunnitisch und kurdisch geprägten Landesteilen, wegen politischer Streitereien und aus Angst vor neuer Gewalt nicht an der Wahl teil.

Maliki sah die Abstimmung knapp eineinhalb Jahre nach dem Abzug der US-Soldaten dennoch als wichtigen Schritt. "Jeder Iraker, der sich beteiligt, zeigt dem Feind des politischen Fortschritts: Wir weichen nicht zurück", sagte er bei seiner Stimmabgabe in der stark bewachten Grünen Zone in Bagdad.

Noch unklar, wann Ergebnisse feststehen
Die Boxen mit den Stimmzetteln und Wählerlisten würden nun in die Hauptstadt Bagdad gebracht, teilte der Vorstand der Wahlkommission am Sonntag mit. Dort würden die Ergebnisse eingetragen und dann mitgeteilt. Ein Termin wurde noch nicht genannt. Mehr als 8.000 Kandidaten hatten sich um 378 Sitze in den Regionalparlamenten beworben.

Obwohl nur Autos mit Sondergenehmigung fahren durften, die Wähler Metalldetektoren passieren mussten und zahlreiche Straßensperren eingerichtet waren, zählten die Sicherheitskräfte neun Mörsersalven, vier Bombenanschläge und vier abgefeuerte Blendgranaten. Mit drei Toten lag die Opferzahl aber deutlich unter dem Schnitt der letzten Tage, als durchschnittlich 20 Todesopfer zu beklagen waren.

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