Erklärung abgegeben
Syrische Opposition erteilt Extremisten eine Absage
"Wir erkennen an, dass es in Syrien radikale/extremistische Elemente gibt, die ihre eigene Agenda verfolgen. Wir weisen alle Formen von Terrorismus und jede extremistische Ideologie oder Mentalität zurück, wie es auch das syrische Volk macht", erklärte die Opposition, die damit eine wesentliche Forderung der Außenminister der Freundesgruppe erfüllte.
Die Freundesgruppe begrüßte die Erklärung. Ziel bleibe eine politische Lösung. "Wir sagen, genug ist genug. Dieses Massaker muss ein für alle Mal gestoppt werden", sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu. US-Außenminister John Kerry fügte hinzu: "Unsere Hoffnung ist, dass wir irgendwie zu Verhandlungen kommen können." Für Machthaber Bashar al-Assad gebe es in Syrien jedoch keine Zukunft, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister. Davutoglu sagte: "Wer Blut an seinen Händen hat, für den ist kein Platz."
USA: "Nicht-tödliche Waffen für Opposition"
Kerry kündigte die amerikanische Absicht an, die US-Hilfe für nicht-tödliche Waffen für die Opposition um 123 Millionen auf 250 Millionen Dollar (rund 192 Millionen Euro) verdoppeln zu wollen. Außerdem soll zusätzliche humanitäre Hilfe an bedürftige Syrer fließen. Kerry rief die in Istanbul Versammelten auf, ähnliche Hilfszusagen zu machen. Das Ziel sei, dass eine Milliarde Dollar zusammenkomme.
Die Nationale Koalition garantiere "die Rechte, die Interessen und die Teilhabe aller Teile des syrischen nationalen Gefüges beim Aufbau der Zukunft Syriens", hieß es in der Erklärung. Die Opposition machte aber deutlich, dass sie mit der bisherigen Unterstützung nicht zufrieden ist. "Wir erwarten mehr. Die humanitäre Lage in Syrien erfordert eine stärkere Unterstützung", sagte der Vorsitzende der Nationalen Koalition, Moaz al-Khatib (im Bild mit John Kerry).
Nach Berichten von US-Medien möchten die USA die Rebellen mit Schutzwesten, Nachtsichtgeräten und gepanzerten Fahrzeugen ausrüsten. Waffenlieferungen aber, wie von den Gegnern der Führung in Damaskus gefordert, lehnen sie weiterhin ab. Auch Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle lehnte deutsche Waffenlieferungen an die Opposition abermals strikt ab. Österreich hatte sich - mit Blick auf die Sicherheit der UNO-Blauhelme auf den Golan-Höhen - von Beginn an gegen Waffenlieferungen ausgesprochen.
Opposition fordert Luftangriffe
Die Opposition forderte am Rande des Treffens in Istanbul auch gezielte Luftangriffe auf das Raketenarsenal des Assad-Regimes. "Es ist ein Gebot der Moral, dass die internationale Gemeinschaft, angeführt von den Freunden Syriens, genau, präzise und schnell handelt, um syrische Zivilisten vor dem Einsatz ballistischer Raketen und chemischer Waffen zu schützen."
Außerdem müssten entlang der Grenzen zur Türkei und zu Jordanien Flugverbotszonen durchgesetzt werden, um Flüchtlingen die Überquerung der Grenzen zu ermöglichen. Zugleich wurde die Einrichtung eines Fonds für die Finanzierung von Flüchtlingslagern in Syrien und die Rückkehr Vertriebener gefordert.







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