"Sicherheitspolster"

Bank of Cyprus: Wohl mehr als 50% Zwangsabgabe

Wirtschaft
07.04.2013 16:40
Schlechte Nachrichten für die Kunden der schwer angeschlagenen Bank of Cyprus: Ihnen steht wohl der Verlust von mehr als der Hälfte ihrer Einlagen über 100.000 Euro bevor, wie der staatliche Rundfunk der Inselrepublik am Sonntag meldete. Er berief sich dabei auf eine Quelle aus der zypriotischen Zentralbank.

Experten der Zentralbank und der Bank of Cyprus berechnen derzeit die genaue Höhe der Zwangsabgabe. Dabei geht es neben den ohnehin einbehaltenen 37,5 Prozent der Guthaben um weitere 21,5 Prozent, die als "Sicherheitspolster" blockiert werden. Dem Sender zufolge müssten die Kunden wohl mehr als die Hälfte dieser 21,5 Prozent abschreiben. Unter dem Strich bedeute das den Verlust von mehr als der Hälfte ihrer Gesamteinlagen.

Die genaue Höhe der Abgabe hänge von der Verrechnung der Guthaben mit eventuellen Krediten und von den Ausnahmen bei der Berechnung der Zwangsabgabe ab, berichtete die griechische Nachrichtenagentur AMNA. Unter anderem sollten die Sozialkassen und die Kommunen geschont werden, um weitere Löcher im Haushalt zu vermeiden.

Finanzministerium versucht zu beruhigen
Das zypriotische Finanzministerium hatte zuvor Spekulationen über weitere Abschläge auf Bankguthaben kategorisch zurückgewiesen. In den vergangenen Tagen hatte die Behauptung die Runde gemacht, dass auch die Einlagen in den Genossenschaftsbanken von einer Zwangsabgabe betroffen seien. Daraufhin kam es offenbar zu einem Ansturm auf die Genossenschaftsbanken.

Ein Rückgriff auf diese Einlagen zur Rettung der angeschlagenen zypriotischen Banken sei in den Diskussionen mit den internationalen Geldgebern aber niemals zur Debatte gestanden, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Dank der vereinbarten Maßnahmen sei das Bankensystem Zyperns auf dem Weg der Stabilisierung und Gesundung.

"Das Finanzministerium fordert die Öffentlichkeit auf, haltlosen Gerüchten, die nur den Zweck haben, dem Bankensystem in Zypern zu schaden, keinen Glauben zu schenken", so der Appell des neuen Finanzministers Charis Georgiades. Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist dennoch groß, berichten zypriotische und internationale Medien.

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