Am Weg zu einem Einsatz stürzte eine junge Frau aus Oberösterreich über die Treppe, blieb mit einem Herzanfall liegen. Die AUVA will diesen Vorfall nicht als Arbeitsunfall sehen und zahlt nicht. Die Helfer befürchten, dass sich durch solche Entscheidungen weniger Freiwillige melden könnten.
Sie war für andere da, als sie Hilfe brauchten. Aber nun, wo Marlies selber Unterstützung benötigt, wird sie von der AUVA im Stich gelassen. Das Schicksal der mittlerweile 21-Jährigen aus Kirchschlag bei Linz lässt die „Krone“-Leser nicht kalt
Stiege heruntergefallen
Die junge Feuerwehrfrau wurde vor drei Jahren wegen einer Alarmierung aus dem Schlaf gerissen. Sie wollte zum Einsatzort eilen, stürzte über eine Stiege und blieb mit einem Herzinfarkt liegen. Auch wenn alle Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren während ihrer Ausbildung, bei Übungen und Einsätzen bei der AUVA unfallversichert sind, will die Versicherung den Sturz nicht als Arbeitsunfall behandeln.
Kein direkter Zusammenhang
Ein AUVA-Gutachter konnte keinen direkten Zusammenhang mit der Alarmierung und dem beinahe tödlichen Unfall herstellen. „Ein noch laufendes Gerichtsverfahren soll nun klären, ob in dem genannten Fall ein Unfall, der durch den Einsatz verursacht wurde, vorliegt. Und genau hier stellt sich die medizinische Frage: Ist das Ereignis des Treppensturzes für den Herzstillstand verantwortlich oder nicht? Die AUVA verweigert keine Leistungen, sondern ist an die Gesetze gebunden und muss hier den medizinischen Einschätzungen folgen“, heißt es dazu vom Versicherer.
Das ist leider kein Einzelfall und kann weitreichende Folgen hinsichtlich des ehrenamtlichen Engagements mit sich bringen.
Robert Mayer, Landesfeuerwehrkommandant OÖ
Besserer Schutz gefordert
Beim Österreichischen Bundesfeuerwehrverband hofft man darauf, dass der Versicherungsschutz der ehrenamtlichen Florianis künftig auf stabilere Beine gestellt wird. „Das Thema der nicht zu hundert Prozent auszuschließenden Vorerkrankungen sehen wir zunehmend als Problem. Befremdlich ist für mich, dass ein Sachverständiger eine Aussage in den Raum stellt, dazu aber keine Beweise liefert. Im gegebenen Anlassfall werden Vermutungen zu Gunsten der AUVA ausgelegt“, sagt Feuerwehrpräsident Robert Mayer.
In den vergangenen Jahren wurden im Schnitt jährlich zwischen 800 und 1050 Feuerwehrunfälle der AUVA gemeldet. Als Arbeitsunfälle abgelehnt wurden im Schnitt 15 Prozent – das heißt jeder Siebte bekam kein Geld.
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