Wie geht es eigentlich den österreichischen Kindern an deiner Schule, fragte mich unlängst Conny Bischofberger. Du könntest doch einmal etwas über Schülern ohne Migrationshintergrund schreiben! Das würde ich gerne tun, ich unterrichte nur keine und zwar schon sehr lange nicht mehr.
Vor fünfzehn Jahren konnte noch die Hälfte meiner Favoritner Klasse sehr gut Deutsch sprechen. Es gab Kinder und Jugendliche mit anderen Muttersprachen, die Deutsch nach der Volksschulzeit besser beherrschten als so mancher österreichische Schüler.
Im Nachhinein bin ich erstaunt, wie rasch Kinder, die während des jugoslawischen Bürgerkrieges geflüchtet waren, Deutsch erlernt haben.
Als Favoritner Lehrerin hatte ich von jeher eine bunte Mischung in meinen Klassen. Natürlich gab es Probleme, gleich welchen religiösen oder sozialen Hintergrund die Familien hatten. Im Unterschied zu heute waren meine Klassen aber tatsächlich durchmischt. Alle unterhielten sich in den Pausen auf Deutsch.
Die Mehrheit hat später einen Beruf erlernt oder ein Studium abgeschlossen. Auch aus „Brennpunktklassen“ besuchten übrigens viele ein Gymnasium.
Dass sich dies heute rasant verändert, und ich beruflich keinerlei Kontakt zu „einheimischen“ Kindern habe, ist traurig. Nicht, weil ich diese Schüler lieber habe. Vielmehr erlebe ich, wie sehr sich unsere Gesellschaft bereits an Volksschulen spaltet. Diese Entwicklung haben Politiker zugelassen. Nun müssen sie das Problem lösen.
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