Militär-Machtkampf

Kim Jong Un soll 2012 Mordanschlag entgangen sein

Ausland
15.03.2013 11:20
Nordkoreas Diktator Kim Jong Un soll dem südkoreanischen Geheimdienst zufolge 2012 einem Mordanschlag in Pjöngjang entgangen sein. Wann genau dieser stattgefunden hat, ist allerdings unklar. Südkoreanische Medien vermuten, dass ein Machtkampf innerhalb des nordkoreanischen Militärs die Mordpläne ausgelöst hat.

Grund für das Komplott könnte der sinkende Stern von General Kim Yong Chol, dem Leiter der Militäraufklärung, gewesen sein, berichtet die südkoreanische Zeitung "JoongAng Ilbo" unter Verweis auf einen Geheimdienstmitarbeiter des Landes.

Kim Yong Chol galt, obwohl nicht verwandt mit Kim Jong Un, bis zum Februar 2012 als einer seiner stärksten Verbündeten. Dann jedoch soll es zu einem Machtkampf zwischen Partei und Militär gekommen sein, im November habe daher in Pjöngjang sogar ein Schusswechsel in der Militäraufklärung stattgefunden, so "JoongAng Ilbo".

Mögliche Drahtzieher verschwunden
Nachdem Kim Yong Chol die Verantwortung für den Vorfall übernahm, wurde er vom Vier- zum Zweisternegeneral degradiert. Damit kam er noch glücklich davon, andere in den Schusswechsel verwickelte Personen sollen verschwunden sein - sie könnten auch in das gescheiterte Attentat auf Kim Jong Un verwickelt gewesen sein, so die Vermutung des Geheimdienstmitarbeiters.

Der Anschlag habe besondere Aufmerksamkeit erhalten, weil er in Pjöngjang selbst stattgefunden habe und nicht während eines von Kims Ausflügen außerhalb der Hauptstadt, so die Quelle weiter. 

Kim versucht, die Wogen zu glätten
Um wieder Ruhe und Einheit herzustellen, habe Kim seither viel unternommen: Nicht nur wurde Kim Yong Col zurück in den Rang des Viersternegenerals befördert, auch die aktuellen aggressiven Drohungen des Machthabers gegen Südkorea und die USA (siehe Infobox) sollen darauf zurückzuführen sein. So versuche Kim Jong Un, das Militär wieder geeint hinter sich zu stellen, vermutet der südkoreanische Geheimdienst.

Terroranschlag auf Südkorea geplant?
Dabei handle es sich jedoch keineswegs um leere Drohungen: Nordkorea plane nach den Drohungen, als nächsten Schritt Ausländer - inklusive Diplomaten - aus dem Land zu treiben, heißt es. Anschließend sei ein Terroranschlag auf Südkorea geplant. Damit soll die nordkoreanische Öffentlichkeit von drohender Nahrungsmittelknappheit im April abgelenkt werden. Zwar wolle Kim Jong Un keinen Krieg anfangen, doch er werde mit allen Mitteln versuchen, das Volk zu einen und die verschärften Sanktionen durchzustehen.

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